Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 6 (1.6.1894)
- Date
- 1894-06-01
- Page
- Seite 130 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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— i:so — „Aruch," die eine schöne Abschrift vieler Bibel-Coinmentare verfertigte. Immanuel von Rom erwähnt eine Anzahl Jüdinnen, die sich durch hervorragende Dich, tungen auszeichneten. Aber wenn auch bei alledem Frauen von bedeutender Gelehrsamkeit nur die seltene Ausnahme bildeten, so ist nicht zu vergessen, daß dieser Mangel ein allgemeiner war, und daß die wenigen jüdischen Frauen von solcher Auszeichnung um so höhere Anerkennung verdienen, wenn man die entsetzlich traurige Lage in's Auge faßt, unter welcher die Juden seufzten. Und dabei konnte auch die schwerste Bedrückung der Inden nicht den Strahlenkranz 'ausnahmsloser Keuschheit und Reinheit raube», der in um so hellerem Glanze leuchtet, wenn man damit die sittliche Verdorbenheit vergleicht, die nach dem Zeugnisse christlicher Moralisten und Prediger bei den Christen jener Zeiten herrschte. Alle jüdischen Mädchen wurden zu den Pflichten der Frau und Mutter erzogen, selbst die unwissendsten unter ihnen ragten hervor durch häusliche Tugenden und Sittlichkeit, und gar viele - gaben ihr Leben hin als Märtyrerinnen, um ihre Frauenehre zu retten und ihrer Religion treu zu bleiben. Mit diesen Vorzügen stand aber auch die Behandlung im Einklänge, die ihnen von Seiten ihrer Gatten und Söhne zu Teil ward, sowie die hohe Achtung, in welcher sie standen. R. Meir ben Baruch aus.Rothenburg — in der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts — konnte daher mit Stolz behaupten : „Es ist völlig unerhört, daß ein Jude sein Weib schlüge, wie das bei anderen Völkern Sitte ist." (Schluß folgt.) Sprüche der Väter und ihre historischen Weziehungen von Rabbiner Dr. Friedin a NN in Lublinitz. (Fortsetzung). 16—17. „Rabbi Jaakob sagt: Diese Welt gleicht einem Vorhof zur künftigen Welt; mache dich im Vorhof zurecht, damit du in den Palast cinziehest; Er pflegte zu sagen: Schöner ist eine Stunde bei Buße und guten Werken in dieser Welt als daS ganze Leben der künftigen Welt; »nd schöner ist eine Stunde der Glückseligkeit in der künftigen Welt als das ganze Leben dieser Welt." — Diese beide» Anssprüche, deren Autor wohl mit R. Jaakob ben Korschai, dein Lehrer des R. Jehuda Hannaßi, identisch ist (s. Weiß, a. a. O., II, 171. Brüll I. a. a £>., I. 242), entsprechen den Lehren des R. Akiba und R. Elieser ben Jaakob (s, oben 3, 15—16, 4, lla , haben aber vielleicht auch ihre Spitze gegen die Lehren des Epikur und Zeno», welche in den beiden ersten Jahrhunderten