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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-06-01 · Heft 6 (1.6.1894) · p. Seite 127

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 6 (1.6.1894)
Date
1894-06-01
Page
Seite 127 (sequence 7)
Language
German
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wehrend zugleich Stellung nimmt zu einem Vortrage den Herr Geh. Justizrat Prof. Berner, am 30. Ja». 1891, über „Judentum und Christentum und ihre Zukunft" im Berliner Union-Verein gehalten. Von den beigedruckten Casualreden verdienen die Leichenreden an der Bahre Dr. David Cassel's und Prof. L. Lewandowski's wegen der Perfönlichkeite», denen sie galten besondere Beachtung. Das Buch schließt mit einer Rede zur Einsegnung der Constrmande», die! wohlthätig durch ihre Einfachheit und Gediegenheit absticht von dem süßlichen Geschwätze, das man bei solchen Anlässen gerade in Großgemeinden oft zu höre» bekommt. Are Stellung der Irau bei den Inden. Vortrag, gehaltcu vor dcm Jüdische» Kongreß in Chicago, von Dr. Max Landsberg (überseht von Dr. F. Michel). (Fortsclmmi) Während also kein allgemein giltiges Gesetz vorhanden war, das die Pvl»)gamie abschaffte, tvar doch lange vor der Entstehung des Christentums die Monogamie unter den Juden der feststehende Gebrauch. Auch findet sich keine Spur einer diesbezüglichen Verordnung in dem neuen Testament oder in der frühmittelalterlichen. Kirche. Und nachdem die Monogamie schon längst als Gesetz unter dem Rainen Rabbi Gerschon ben Judas auf der Synode zu Worms i. I. 1020 verkündet worden war. fuhren christliche Würdenträger und selbst protestantische Reformatoren noch fort, über polyganiische Verbindungen christlicher Fürsten ein Auge zuzudrücken. Nachdem es so oft wiederholt worden, gilt es heute allgemein als Axiom, daß die christliche Religion die Frau aus ihrer Sklaverei und ihrer untergeordneten Stellung befreit habe. Wie tveit hoher aber die Ansicht von der Stellung der Frau bei den jüdischen Propheten war, als sie etwa der Apostel Paulus auffahte, ergibt sich aus Cor. I, 7. Tim. I. II, 11—14 und audereu Stellen. In der That wurde die Geringschätzung der Ehe zur Regel in der christlichen Kirche. Volle Gerechtigkeit von christlicher Seite ist in dieser Hinsicht neuerdings den Juden durch Nahida Remy zu Teil geworden, die in ihrem Buche „Die jüdische Frau," von S. 18—32 alle Stellen aus dem Neuen Testament und den Kirchenvätern genau zusammengestellt, welche deren Ansichten über die Frau und die Ehe erkennen lassen. Wenn demnach auch keineswegs geleugnet werden soll, daß bei den christlichen Völkern die Würde der Frau erhöht worden und ihr später Gerechtig-

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