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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-05-01 · Heft 5 (1.5.1894) · p. Seite 119

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 5 (1.5.1894)
Date
1894-05-01
Page
Seite 119 (sequence 23)
Language
German
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119 Juden und Araber unter den angesehensten Lehrern der Medizin hervortraten. Erst unsere Zeit hat hebräische Manuskripte an das Licht gefördert, welche erkennen lassen, mit welchem Eifer und mit welcher Gelehrsamkeit jüdische Aerzte des frühen Mittelalters für Erhaltung und Förderung der Medizin thätig gewesen sind; man darf wohl sagen, daß bis in diese Zeit zurück sich die oft erbliche Befähigung der Juden, die seitdem so Großes für die Wissenschaft geleistet haben, verfolgen läßt." — Herr Lazar BrvdSky in Kiew hat kürzlich dem dortigen Stadtrat 1 200 000 Mark zur Gründung einer Volksbank angeboten, welche Handwerkern in Südrußland Darlehen zu 6 Prozent auf die Dauer von 3- 5 Jahren bis zu 5000 Rubel gewähren soll. Die Hälfte der Mitglieder des Verwaltungsrats muß aus israelitischen Einwohner» der Stadt Kiew bestehen. Die israelitischen Handwerker haben das Recht ans die Hälfte des Betrages aller Darlehen. — Am 14. Februar wurde der jüdische Schriftsteller Jehuda Löb Elkind iil Kiew zur letzten Ruhestätte gebracht. Elkind, welcher im 50. Lebensjahre stand, wurde durch seine Uebersetznng des Shakespeareschen Dramas „Die Widerspenstigen" und andere Arbeiten populär. — In San Paolo (Brasilien) starb am 13. März Herr Dr. Samnel Mcsqnita, der lange Jahre als Rabbiner dort fungirte. Er starb im 54. Lebensjahre und war in Frankreich geboren. — Wie aus Bombay gemeldet wird, starb daselbst Herr Salomon D. Saffoon. Dieser Sproß der als „die indischen Rothschilds" bekannten Familie zeichnete sich durch Frömmigkeit, Rechtschaffenheit und Wohlthütigkeit aus, war Mitglied des gesetzgebenden Körpers zu Bombay, Direktor der Bank und Mitglied der Handelskammer. Als Präsident des Tochtervereius der „Anglo-Jewish-Association" stellte er seine Erfahrung und Sachkenntnis in den Dienst der jüdischen Gesamtheit. — Die ,;Deborah" vom 29. März d. I. schreibt: Tie lange znrückgehaltene Reformbewegung in Deutschland macht sich wieder bemerkbar. In Frankfurt a. M., einem der ältesten Sitze religiösen Freisinns, hat sich ein freisinniger Verein für jüdisches Gemeindeleben gebildet, dessen Programm sich mit den Anschauungen deckt, welche in den amerikanischen Gemeinden, ihren Ausdruck gefunden haben. Hyealer. Wustk und bildende Kunst. Vor einiger Zeit beschäftigte den Verein „Herold" in Berlin der siebenarmige sogenannte salomonische Leuchter, der nach der Eroberung Jerusalems durch Titus iin Jahre 70 mit anderen Tempelgeräten nach Rom kam. Herr Rat Seyler macht nun darauf aufmerksam, daß die Geschichte des Vandalenkrieges von Procop, dem Sekretär Belisars, eine interessante Nachricht über die Wanderungen dieser jüdischen Teinpelgerüte enthalte. Diese kainen bei der Plünderung Roms durch die Vandalen in den Besitz GeiserichS und in den Königspalast nach Karthago.

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