Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 5 (1.5.1894)
- Date
- 1894-05-01
- Page
- Seite 120 (sequence 24)
- Language
- German
- Belongs to
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120 ,,rwn1Z-y.^‘rrr~'T . ■- -r Von dort nahm sie Belisar, der Triumphator über den Vandalenkönig Geluner > 534 mit nach Byzanz; als ein Jude diese Geräte in dem Triumphzuge bemerkte, I machte er einen Edeln des Kaisers darauf aufmerksam, daß die Schätze dem un» ■ rechtmäßigen Besitzer Unglück brächten; ihretwegen sei Rom in die Hände der Vandalen und jetzt wiederum Karthago in die Hände der Römer gefallen. Kaiser Justinian, dem diese Aeußerung hinterbracht wurde, ließ die Geräte alsbald in das Heiligtum der Christen nach Jerusalem schaffen. — Zu den bedeutendsten unter den neueren Künstlern gehört der Bildhauer Herr G Jordan, ein jetzt in München lebender Hannoveraner.) Seine Arbeiten haben auf der letzten Kunst- Ausstellung in Hannover großen Beifall erweckt. Die Hannoverschen Zeitungen schreiben Folgendes darüber: „In der Anordnung der Kunstwerke ist insofern eine Neuerung zu verzeichnen, als die plastischen Werke zumeist in einer gesonderten Abteilung des Eingaugssaales aufgestellt sind, wo sie sich zwischen Blattpflanzen besonders günstig ausnehmen. Ist die Zahl dieser Werke nur klein, so darf ihre Qualität schon nach einem ganz oberflächlichen Ueberblick als eine ganz ausnahms-! weise treffliche bezeichnet werden. Zu diesem ausgezeichneten Eindruck tragen vor! Alleni die Werke von Julius G. Jordan in München bei, dessen im Besitze der bayerischen Hauptstadt befindliche Büste des Geheimrats von Pettenkofer ein Kunst-! gebilde ersten Ranges zu nennen ist. Neben diesem in Marmor ausgeftihrten! Werke finden sich noch acht in Bronce und Marmor ausgeführte Figuren und j Büsten von desselben Bildhauers Hand: Die Büste eines jungen Fauns, der ver-! schwitzt auf die zwei Sperlinge blickt, die sich auf seiner Schulter zanken, in! Bronce gegossen, die Pythia auf dem Dreifuß sitzend, die Augen geschlossen, die ' rechte Hand in prophetischer Extase ausstreckend. Die Seherin» die dem Volke - ihre Geschicke verkündet, ganz von ihrem geheimnisvollen Beruf ergriffen. „St.! Franciscus" zeigt dagegen die Begeisterung des in Visionen versunkenen Büßers j in einer vollendet durchgebildeten Marmorbüste. „Unschuld", ein Mädchenkopf in Marmor, ist ein sehr interessanter Studienkopf. Zwei Skizzen, Kunst und Wissenj schaft darstellend, sind als Brückenschmuck gedacht, würden aber noch besser als ■ Standbilder vor einem Museum ihren Platz finden. , 3ul)alt; Marco Mortara. Ein Gedenkblatt von Dr. M. Grünwald. — Dr. it. Köhler j über die Bedeutung des Reformjudentums. — Fortschrittliche Bestrebungen innerhalb der jüdischen Gemeinden in der Schweiz. — Waren die Kinde- Israels jemals in Egypten? — Mose. Ans der Mappe eines deutschen Israeliten. — Zur Entwicklungsgeschichte der zahlreichen jüdischen Kolonien in Polen und ' Rußland. Vortrag, gehalten in Köln, von Rabbiner Dr. Lazarus. (Schluß.) — Monatsschau. — Theater, Musik und bildende Kunst. Verantwortlicher Redakteur und Herausgeber Rabbiner Dr. Adolf Brüll; in Kommission für den Buchhandel bei Franz Benjamin Aufs-ürth; Druck und Inserat-Annahme: H. L. BrSrmer's Druckerei' (F. W. Breidenstein), sänitlich in Frankfurt am Main.