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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-05-01 · Heft 5 (1.5.1894) · p. Seite 118

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 5 (1.5.1894)
Date
1894-05-01
Page
Seite 118 (sequence 22)
Language
German
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118 Herzschlages sanft entschlafen, umgeben von seiner Gattin und seinen beiden Söhnen. Frankl war an, 7. Februar 1810 in Böhmen geboren, kam früh als Journalist nach Wien, studierte Medizin, promovirte an der Universität in Padua und widmete sich dem Schriftstellertum, worin er es zu einer hohen Bedeutung brachte. Er war auch der Begründer des israelitischen Blindeninstituts. Anläßlich der Enthüllung des Schillerdenkmals (1870) war er in den erblichen Ritterstand erhoben, als Ritter von Hochwart. — Der im Jahre 1892 in Wien verstorbene Fabrikant und Banguier Herr Wilhelm. Nagel hat außer zahlreichen Wohlthätigkeits-Legaten sein, einen, beiläufigen Wert von sl. IM OM rcpräsentirendes Hans Nr. 6 in der Trcitaufergasse im siebenten.Bezirke dem Handwerkerverein und einem anderen vom Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde zu bestimmenden humanitären Vereine testamentarisch vermacht. — Ans Basa berichtet man von der Feier/ des 70. Geburtstages des emeritirten Ober-Kantors Herrn Jeremias Mandl, welcher sich um die Einrichtung dcS zeitgemäßen Gottesdienstes mit Ehorgesang und auf dein Gebiet religiöser Hnmanitüt in hohem Maße verdieüt gemacht hatte. — Fräulein Jda Finzi in Triest, Tochter eines geachteten GemeindeinitgliedrS, die unter dein Pseudonym „Haydee" die italienische Litteratur schon um manche kostbare Arbeit bereicherte, hat jüngst vom Jnstitnto Lombards in Mailand den Preis von 500 Lire für ihre Novelle „Gnintetto" erhalten. — Das neue Verzeichnis des Tclcgraphenanites in Frankreich enthält unter den 85 Sprachen, in welchen das Telegraphieren erlaubt ist, auch die hebräische. — Der jüdische Geschichtsvcrein von England feierte am 4. Februar den Gedenktag, an welchem Cromwell den Juden vor 237 Jahren das Recht der Niederlassung in England gewährt hatte. Der Oberrabbincr des britischen Reiches, Herr Dr. Adler, hielt einen Vortrag über „Bianasse ben Israel, den Gründer der ersten jüdischen Gemeinde in England, seit der Vertreibung derselben aus dem Lande " — Ans einer Mitteilung des Amtsblattes über Veränderungen im diplomatischen. Corps entnimmt man die Thatsache, daß in Italien ein Jude den Titel Margnis führt. Es ist dies Sgr. Teofilo Rvdolfo Cahcn, Marchese di Torre Alfina, welcher von der italienischen Gesandtschaft in Madrid nach Paris versetzt wurde. — Auf dem internationalen medizinischen Kongreß in Rom hat Professor Birchow in seinem Vortrag über „Morgagni und der anatomische Gedanke" die Verdienste der Juden um die Heilkunde in anerkennender Weise hervorgehoben. Virchow sagte: „Als nach dem Untergänge Alexanders aus den Trümmern seiner Herrschaft eine Reihe selbständiger Reiche im Osten entstand, erhielten sich Keime der medizinischen Gelehrsamkeit inmitten von Völkern, die bis dahin den Interessen unserer Wissenschaft gänzlich verschlossen erschienen. Es bildeten sich kleine Lokalecntrcn in Syrien und Persien, und es erwüchse^ in immer größerer Zahl Aerzte von Ansehen, welche nicht blos in ihren Heimatsorten Einfluß gewannen, sondern auch als Apostel der Lehre weithin wirksam wurden. Es ist dies die Zeit, wo

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