Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1894)
- Date
- 1894-04-01
- Page
- Seite 92 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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92 daß die Beni-Jsrael zu den höchsten Würden emporsteigen; unter dem Nabob von Janjura, einem unter engl. Oberhoheit stehenden Staate Indiens, verwaltete Schalom Bdpajes zur Zufriedenheit seines Herrn und der Unterthanen das ganze Reich. — In der Stadt Autopol wurde eine reiche jüdische Familie mit ihrem Dienstpersonal, im Ganzen dreizehn Personen durch Gift, welches den Speisen zugemischt^wurde, getötet. — Nach Schluß des Blattes wird uns die traurige Mitteilung von dem am 4. März erfolgten Hinscherden des Herrn Dr. Josef Perles, Rabbiner in München, geb. am 26. December 1835, der durch seine hervorragenden wissenschaftlichen Leistungen weit über die Grenzen unseres Vaterlandes im jüdischen und nichtjüdischen Kreisen einen hochgeachteten Ruf genossen. Wir 'werden in einer der nächsten Nummern die Verdienste des edlen Heimgangenen noch besonders hervorheben. Theater, Musik und bildende Kunst. Am 3. Februar starb in Berlin im Alter von 75 Jahren. 18 Tage nach dem Tode seiner Gattin, der Königl. Musikdirektor und Professor Herr L. Levandowski. Er war über 50 Jahre hindurch als Leiter des Syuagogcnchors der israelitischen Gemeinde in Berlin thätig, und hat in dieser Stelle sowohl, wie in der als Lehrer an der jüdischen Knaben- und Mädchenschule, sowie am Lehrerseminar eine segensreiche Thätigkeit entfaltet. Als Komponist einer großen Anzahl geistlicher Gesänge, (Psalmen, Motetten re.) entwickelte er nicht nur eine von gründlichem Studium zeugende, kontrapunktische Gewandtheit, sondern auch eine Gefühlswärme, die tausenden von Frommen Trost und Erbauung gespendet. Ein besonderes Perdienst erwarb er sich durch die meisterhafte Bearbeitung und Neugestaltung alter Synagogengesänge, die er in^drci stattlichen Bänden niedergelegt hat. Auch auf dem Gebiete weltlicher Musik hat L. höchst Anerkennenswertes geleistet. Bei seinem 50jährigen Tirigöntenjnbiläum wurde durch Professor Joachim und Genossen ein Quartett, von Joachim, Gernsheim und Hansmann ein Trio von ihm gespielt, die hei Musikern und Musikfreunden die günstigste Aufnahme fanden. Ein großes Verdienst erwarb sich L. mit die Begründung des Krankenunterstützungsvereins Berliner Musiker, dessen Vorsitzender er längere Zeit war und aus dem später der Verein Berliner Musiker und der deutsche Musiker Verband hervorging. — Dem Maler Ferraris wurde jüngst die Ehre zu Teil, daß Se. Majestät der König beim Besuche der Budapester Kunstausstellung mit besonderem Wohlgefallen ein von dein obengenannten Künstler gemaltes „Frauenportrait" in Augenschein nahm und sich sehr lobend darüber aussprach. Ein zweites Bild Ferraris, „Pferdekanf" ist für die Gallerie des Königs angekauft worden. — Der Professor am Wiener Conscrvatorium, Herr Robert Fischhos, wurde zum Offizier .,<les Instruction publique“ ernannt. — Aus Düsseldorf