Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 4 (1.4.1894)
- Date
- 1894-04-01
- Page
- Seite 87 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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— 87 1883 Privatdocent für theoretische Physik in Kiel, 1885 Professor der Physik an der technischen Hochschule in Karlsruhe, von wo er im Jahre 1889 als der Nachfolger von Clausius nach Bonn berufen wurde. — Am Sabbath den 6. Januar hielt Herr Rabbiner Dr. Ziemlich zu Ehren des 25jähr. Jubiläums des I. Vorstandes der Gemeinde in Nürnberg, des Herrn Justizrats Dr. Josephthal, eine vortreffliche Festpredigt, die auf Wunsch der Gemeindeverwaltung in schöner Ausstattung gedruckt erschienen ist. Nach Schluß des Gottesdienstes wurde in dem Sitzungssaale der Gemeinde dem Herrn Jubilar ein von hervorragender Münchener Künstlerhand gemaltes Oelgemälde, das innere der Synagoge darstellend,, in feierlicher Weise von der Verwaltung Namens der Gemeinde überreicht. Eine große Anzahl Glückwunschdepeschcn liefen ein, u. A. von dem deutsch. Jsr. Gemeindebund, vom Bayr. Rabbiner-Verband, von der Vorstandschaft der isr. Gem. Müüchen u. m m. — Herr Rabbiner Dr. Lerner aus London wurde zum-Ober-Rabbiner der Altonaer Jsraelitengemeinde gewählt. — In Hannover starb am 2. Februar der Geh. Commerz ienrat Herr Louis Ephraim Meyer, geb. 4. Oktober 1822, die Zierde seiner Gemeinde, hochangesehen in allen Kreisen der Bevö lkerung der mit seltener Treue und Hingabe dem Judentu me anhing und an allen Bestrebungen den lebhaftesten Ante il nahm, die zu seiner Ehre und Verherrlichung dienten. Wir hatten die Freude ihn persönlich zu kennen und werden sein Andenken stets in Ehren halten! — In der jüngsten Repräsentanten-Sitzuug der jüd. Gemeinde Berlin wurde eine Stiftung des verstorbenen Geh. Medizinalrats Dr. Cohn ii» Betrage von 400000 Mk. angenommen, deren Zinsen zur Ausbildung von Handwerkslehrlingen bestimmt sind. Der Erblasser hat daran die Bedingung geknüpft, daß die Lehrlinge am Sabbath arbeiten müssen und nur am Neujahrs- und Versöhnungsfeste von der Arbeit entbunden sein sollen. — Im 22. Jahre starb in Ratibor Frau Rabbiner Dr. Frieda Blnmenthal. Sie eiitstammte der Familie Zeitlin in Leipzig. — Am 25. Januar fand in Tilsit das Leichenbegängnis des Rabbiners Salomo» Friedeberg statt, der 33 Jahre daselbst als Rabbiner der Kreissynagogen-Gemeinde gewirkt hat und im 71. Lebensjahre verschieden ist. Herr Rabbiner Dr. Rülf aus Memel und Prediger Lewin sprachen in der Synagoge, wo der Sarg vor dem Altar oufgcbahrt worden war. — Am 5. Februar hielt Herr Rabbiner Dr. RoseÄhal aus Breslau im Verein für jüd. Geschichte und Litteratur in Neiße einen Vortrc^ „lieber den Talmud« in welchem er die ethischen, historischen und realen Verhältnisse desselben einer überaus geistreichen, jedoch allgemein verständlichen und gedrängten Ausführung unterzog. — Im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" in Berlin hielt am 21. Februar Herr Prediger Dr. M Lewin einen interessanten Vortrag über „Bar Kochba in Dichtung und Geschichte", der von dem zahlreich versammelten Publikum mit lebhaftem Beifall ausgenommen wurde. — Das jüdische Kurhospital in Colberg versendet seinen 20. Jahersbrricht. Den Einnahmen von 17,086.28 Mark stehen Ausgaben mit 10,313.95 Mark gegenüber, dem Grundvermögen wurden 6200 Mk.