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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-04-01 · Heft 4 (1.4.1894) · p. Seite 86

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
Seite 86 (sequence 14)
Language
German
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86 Jedermann zuvorkommen sollte, wie man auch thatsächlich in der Uebung praktischer Menschenliebe sich vor Anderen bewähren müsse. Das Gleiche war auch von R. Jochanan ben Sackai bekannt, von welchem erzählt wird (Berachoth 17a), daß ihm Niemand, selbst ein Heide nicht, in der Begrüßung zuvorgekoinmen sei. — Ebenso antirömisch, ist das zweite Wort, welches vor Herrschsucht, Stolz und Hochmut warnt und zur Bescheidenheit, Demut und Vervollkommnung leitet. Lebte i», Mund des Römers das von Julius Cäsar (102-44 v. u. Z.) stammende Sprichwort: „Lieber in einem ärmlichen Städtchen der Erste, als in Rom der Zweite",— so erkannte R. Mattisja das Verkehrte dieses von Strebertum und Herrschsucht zeugenden Ausspruches und lehrte das Gegenteil. — (Forts, folgt). Monatsschau. Am 28. Januar fand die Gedenkfeier für den Gründer des Breslauer jüdischtheologischen Seminars, den Kommerzienrat Jonas Frankel s. A., in der genannten Anstalt statt. Herr Tr. Braun hielt einen eingehenden Vortrag über die Familie des Stifters. Nach dem Vortrage richtete Herr Scminarrabbiner Dr. I. Lewy, an den einen der zu entlassenden bisherigen Hörer der Anstalt, Herrn Dr. Samuel Freund, Rabbiner in Czarnikau — den anderen, Herrn Dr. Lieber Dobschütz, Rabbiner in Kotschkau, hielten Familienangelegenheiten fern — warmempfundene Abschiedsworte und überreichte demselben das Rabbinatsdiplom, worauf sich Herr Dr. Freund von Lehrern und Studiengcnossen verabschiedete. Der Jahresbericht, welcher anläßlich der 40 Gedenkfeier ausgegeben wurde und dem eine sorgfältige, Auswahl aus den religiösen Dichtungen Abraham ibn Esra's, bearbeitet von dem allverehrtcn Senior des Lehrercollegi ist, Herrn Dr. Rosin beigcgeben war, stellt als gegewärtige Frequenz 42 Hörer fest. — In Essen wurde Herr Dr. Samuel, Hörer der Berliner Hochschule einstimmig zum Rabbiner gewählt. — Dem verdienstvollen jüdischen Gelehrten Herrn Dr. A. Baer in Biebrich ist anläßlich seines fünfzigjährigen Amtsjubiläums der Krvnenorden I)'. Klasse verliehen worden. — Dem Herr» Dr. phil. Moritz Steinschneider in Berlin ist das Prädikat „Professor" beigelegt worden. — Herr Heinrich Herz, Professor der Physik in Bonn, starb daselbst in dem noch jugendlichen Alter von 30 Jahren. Sein Name wurde vor einigen Jahren mit einem Male berühmt, als es ihm gelang den Beweis zu führen, daß Licht und Elektricität identisch und nur nach der Schnelligkeit der Schwingungen verschiedene Aeußerungen derselben Kraft sind. Herz, ein geborener Hamburger, wurde im Jahre 1880 Assistent Helmholtz's, unter dem er Physik studirte,

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