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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-04-01 · Heft 4 (1.4.1894) · p. Seite 88

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
Seite 88 (sequence 16)
Language
German
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88 zugeführt und der Kassenbestand beträgt 572.33 Mark. — In Köthen starb der in Berlin vielbekannte Prediger Herr Dr. Julius Landsberger, der über ein halbes Jahrhundert in Synagoge und Schule eine eifrige segensvolle Thätigkeit entfaltete. — Herr Rabbiner Dr.' Rosenthal-Rogasen hat im Litteraturverein zu Wongrowitz einen Vortrag über „Hagada und Geschichtsschreibung" gehalten. — Im Verein für jüdische Geschichte' und Litteratur in Hörde hielt Herr Seminardirektor Dr. Kroner aus Hannover'einen Vortrag; „Ein jüdischer Philosoph aus alter Zeit." Der Vortrag zeichnete sich durch gediegenen Inhalt, wie durch lichtvolle Ausführung aus. — Einen fesselnden Vortrag „lieber Christentum, Islam und Judentum in Spanien" hielt am 22. Januar in Bonn Herr Professor Dr. Gothein vor einem gewählten, zumeist aus Damen bestehende» Auditorium. — Aus der Szege- ,bittet israelitischen Gemeinde ist folgender Fall von religiöser Unduldsamkeit zu verzeichnen. — Es ist um so bedauerlicher als Dr. Jmanuel Löw, der Sohn des unvergeßlichen Vorkämpfers für Reform des Judentums des sel. Rabbiners Low, dabei beteiligt ist. Am 23. Januar starb in Szegedin das kleine Söhnchen des Assekuranz- Beamten Herrn Alexander Beköfi. Die jüdische Gemeinde verweigerte jedwede Assistenz, von Seite des Rabbiners wurde nicht nur jede Ceremonie untersagt, sondern es kam auch der Diener nicht um den kleinen Sarg nach dem Friedhofe zu schaffen und Beköst mußte die Leiche seines Kindes selbst dahin bringen. Auch durfte das Kind nicht unter den anderen Glaubensgenossen begraben werden, sondern es mußte auf einem besonderen Platze beerdigt werden. Und das Alles weil Beköfi an seinem Kinde die Circumcisiön nicht vollziehen ließ. Es ist außer Frage, daß Vorstand und Rabbiner incorrect und fanatisch gehandelt haben. Darf man ja bekanntlich auf dem jüdischen -Friedhofe jeden Menschen, welchen Glaubens er auch immer sei, begraben. — Die Miskolczcr isr- Muttergemeinde wählte zu ihrem Präses Herrn Dr. I. Gencsi. Diese Wahl bedeutet einen Sieg der Fortschrittsgemeinde, die schon seit Jahren einen Kampf mit den Orthodoxen, wegen Besetzung der ung. Predigerstelle — führt. Jetzt hofft man den langgehegten Wunsch in Bälde erledigt zu sehen. — Der isr. ung. Landeslehrcrverein wählte den Staatssecretär im Cultusministerum Herrn Albert Berzcviczy zu seinem Ehrenmitgliede. Das Ernennungsdiplom überreichte ihm eine Deputation bestehend ans den hauptftädischen Lehrern Josef Schön, Csuküsi, Györi und Morgenstern. Der Herr Staatssecretär empfing die Herren sehr wohlwollend und äußerte sich sehr lobend über den Verein. — Die Budapester isr. Knabenschule beging am 2. Januar ein erhebendes Fest. Es wurde nämlich durch den Herrn Schulinspektor Dr. Bernat Munkacsy der neue Direktor Herr Abr. Stern in sein Amt eingesetzt. Mit einer von Herrn Moritz Oblatt im Namen des Lehrkörpers gehaltenen Ansprache endete die schöne Feier. — Laut Ausweis des ung. isr. Landeslehrervereins ist das Stammvermögendesselben mit Schluß des Jahres 1893 50,000 fl. Die Zahl der Ehren-, unterstützenden und ordentlichen Mitglieder beträgt 734. — Der seit 25 Jahren an den Mittel-

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