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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-04-01 · Heft 4 (1.4.1894) · p. Seite 76

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 4 (1.4.1894)
Date
1894-04-01
Page
Seite 76 (sequence 4)
Language
German
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76 Sie hatten öfters die Besuche dieses Mönches über sich ergehen zu lassen, der sie durch Schmähungen zur Wut reizen wollte, um, wie sein Erlöser von ihnen gekreuzigt zu werden und dessen Denkweise zu charakterisieren die Auslegung genügt, durch die er sich,mit dem Ausspruch des N. Test., Liebet eure Feinde, abfand. Er erklärte eure Feinde nicht aber Gottes Feinde. Dein Feind ist, wer vor Deinen Augen deinen Sohn oder Bruder getötet hat, Gottes Feinde aber sind die Juden, Ketzer und solche, die einen falschen Glauben haben. Jener Wiener Pater des 19. -Jahrhunderts mit seiner Interpretation des alttestamental. „Liebe Deinen Nächsten" liebe Den, der Hm am nächsten ist; die Juden aber stehen uns am fernsten —; beweist, daß der Fanatismus zu allen Zeiten frappant ähnliche traurige Geistesbliften zeitigt. Diese ebenso unwissenden wie unduldsamen Popen beherrschten damals in noch weit höheren! Grade wie heute Rußland- Unter ihnen war an Duldung eines fremhen Glaubens nicht zu denken. Sie waren wie Theodosius intolerant gegen alle Toleranz in Glaubenssachen und dachten wie er: wer zu dir spricht, diesen sowohl wie jenen Glauben hat Gott gegeben — dem antworte: ist Gott etwa wankelmütig? Die Schrift sagt: Ein Gott, ein Glauben, eine Taufe." Wahrscheinlich entspricht also das Schweigen von größeren jüd. Verbänden den Thatsachen und kamen jüd. Gemeinden im allgemeinen nicht auf. Dafür spricht namentlich auch die Gesch. der sogjüd. Ketzerei, einer religiösen Bewegung, die damals viel Staub aufwirbelte und in deren Kreise hochangesehene Geistliche, ja die Fürstin Helene, Tochter des Zaren gezogen wurden. Sie endigte 1503 mit dem völl. Siege der Altgläubigen. Der Beginn des. Kampfes zwischen Aufklärung und Altgläubigkeif wird durch den für den damaligen Bildungsgrad bezeichnenden Hallelujastreit eingeleitet. Der Streit drehte sich darum, ob bei der Abendmesse 3 mal Halleluja, halleluja, halleluja Ehre sei Dir Herr! oder nur 2 mal halleluja, halleluja Ehre sei Dir Herr! gesungen werden sollte. Die Vertreter der letzteren Ansicht behaupteten: halleluja bedeute in der Übersetzung: Ehre sei Dir Herr! sodaß also dreimal auf die drei Personen der Dreieingkeit bezüglich, Ehre sei Dir, Herr! ausgesprochen werde. Wer aber Halleluja dreimal sage, wiederhole damit viermal, Ehre sei Dir, Herr! sodaß er dadurch die heilige Dreieinigkeit vierteile, also die Dreieinigkeit verwerfe, folglich Jude sei. Einen größeren Anteil an der Entstehuug der Anfklärungspartei als die auf Grund dieser bündigen Schlußfolgerung zu Juden gestempelten Ketzer, hatte ein echter Jude namens Skaria, wohl korrumpirt aus Sechäria pder Zacharias, der aus Kiew nach Nowgorod im Jahre 1470 gekommen wäre und mit 2 späteren nachgekommenen Genossen mehrere Popen insgeheim zum Judentume bekehrt habe. Nach vollbrachtem „Teufelswerk" wären, wie der Chronist sagt, alle drei spurlos verschwunden. Oeffentlich Christen sollen die Neophyten sogar den kaiserlichen Hof auf ihrer, Seite gehabt haben. 6b wirklich jüdische Grundlagen dieser Ketzerei festzuhaltcn sind, ist fraglich. Das Einzige, was dafür spricht, ist, daß sie nach einer Nachricht bei geheimen l

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