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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-03-01 · Heft 3 (1.3.1894) · p. Seite 65

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 3 (1.3.1894)
Date
1894-03-01
Page
Seite 65 (sequence 17)
Language
German
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uns verbürgt mitgeteilt worden, hat die Kelzer Bürgerschaft in der sehr erregten Versammlung — durch Abwesenheit geglänzt. Für sein thatkräftiges, Menschen* freundliches Vorgehen aber sei dem hochwürdigen Herrn hiermit der wärmste Dank dargebracht und aus vollem Herzen rufen wir: „Vivant sequentes!“ — Am 29. Januar starb in Frankfurt a. M. der emer. Rabbiner Herr S. Süßkind im Alter von 82 Jahren. Er war eine Zeit lang Mitredacteur des israelitischen VolkslehrerS und gehörte als Nachfolger Dr. Abraham Geiger's in Wiesbaden, zu den Männern, die an den Resormbestrebungen innerhalb des Judentums thätigen Anteil nahmen. Ehre seinem Andenken! — Am 3. Januar starb in Frankfurt a. M. der pensionirte Lehrer und Vvrbeter Herr Salomon Mayer. Er hat ein halbes Jahrhundert in Gießen das Toppelamt eines Religionslehrers und Vorbeters in würdigster Weise und treuester Gewissenhaftigkeit bekleidet. Neben seiner seminaristischen Bildung besaß er auch rabbinisches Wissen, das ihn geeignet machte, vertretend Rabbinatsfnnktionen zu versehen. Er war hochgeachtet und Alt und Jung waren ihm in dankbarer Liebe und Verehrung ergeben. Sein Andenken bleibt in Gießen bei der Gcsammtgemeinde ein gesegnetes. — Man berichtet uns: Tie rabbinischen Eheverbote haben kürzlich die deutschen Gerichte beschäftigt. In Hamburg wollte ein Kohen eine verbotene- Ehe eingehen und da die Hamburger Rabbiner die Trauung nicht vollziehen wollten, wandte sich das Brautpaar an Herr Dr. Maybaum in Berlin, der die Trauung vollzog. Das Brautpaar erhob einen Anspruch auf eine Hcirätsausstattungs"Stiftung, die ihm versagt wurde, weit die Ehe keine jüdische sei. Das Gericht entschied jedoch zu Gunsten des Paares, da es von einem Rabbiner getraut worden sei. Sv weit der Fall. Das Merkwürdige an der Sache ist, daß die Prediger an dem Hamburger Reformtempel, die einen Kohen betreffenden Ehehindernisse als giltig betrachten sollen. Welchen Sinn hatte die Weglassung der auf den Opfer Ritus bezüglichen Stellen ans dem Gebetbnche des Tempels vor 76 Jahren, wenn an eine Wiedereinsetzung des aaronidischen Priesterstandes gedacht werden könnte? Wird aber daran nicht gedacht, welchen Sinn hat das Aufrechterhalten dieser Verbote? Warum soll dem Abraham Cohn eine Ehe verboten sein, die dem Isaak Levi gestattet ist? — In Ärotoschin hat jüngst der Vorstand beschlossen, die dortige Synagoge zu renoviren und eine Orgel für den Gottesdienst eiuzuführeu. Zu diesem Zwecke ist die Summe von 30,000 Mark ausgeworfen worden. Außerdem sollen zur Beschaffung der Orgel freiwillige Beiträge aufgegenommen weiden. — Die jüngst versandten Mitteilungen vom delüsch-israel. Gemeinde-Bunde enthalten, einen Nachruf für den im verflossenen Jahre verstorbenen Lehrer Herrn Alexander Elsässer in Crailsheim; einen Bericht über dir Ehrung des Professor Tr. Steinthal in Berlin zu dessen am 16. Mai gefeierten'70. Geburtstag; eine Würdigung der vom T.J.G.B. herausgegebenen „Grundsätze der jüdischen Sittenlehre"; einen Mahnruf an alle Gemeinden, dem Bunde beizutreten, da ihm bis jetzt von den 2700 Gemeinden nur 500 mit dem unzulänglichen Bei«

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