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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-03-01 · Heft 3 (1.3.1894) · p. Seite 62

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 3 (1.3.1894)
Date
1894-03-01
Page
Seite 62 (sequence 14)
Language
German
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Trotz der seine Zeit stark in Anspruch nehmenden beruflichen Thätigkeit (er erteilte auch den jüdischen Religionsunterricht an den Mittelschulen Landaus und versah die jüdische Seelsorge an der Kreisirrenanstalt zu Klingenmünster) fand er noch Muße zu litterarischer Beschäftigung. Er veröffentlichte Abhandlungen und Kritiken in der wissenschaftlichen „Zeitschrift für jüdische Theologie" von Geiger, in den „Analen" von Jost, dem „Israelit" von Heß, der „Synagoge" von Aub, „Ben Chananja" von Loew, den „Jahrbüchern" von Klein, den „Monatsblätiern" von Brüll. Im Jahre. 1843 ließ er zu Mannheim anonym eine Schrift „Zustände und Kämpfe der Juden" erscheinen, die heute kaum noch irgendwo zu finden sein dürfte. 1867 erschien sein Hauptwerk „Die Sittenlehre des Judentums andern Bekenntnissen gegenüber", eine Schrift, die auch in nichtjüdischen Zeitschriften allseitige Anerkennung fand und 1879 in sehr vermehrter zweiter Auflage erschien. Bon Predigten erschienen von ihm: Rede gehalten beim Amtsantritte i» Landau, Karlsruhe 1838, ferner eine Sammlung „Gottesdienstliche Vorträge", Karlsruhe 1844, Gedächtnisreden für ihre Majestät die Königin Therese von Bayern a,.i 17. November 1854, Sr. Majestät den König Maximilian II. von Bayern am 29. Mürz 1864, Reden gehalten bei der Einweihung der Synagogen in Homburg (Pfalz) und Ludwigshafen am 21. Februar 1862 und am 26. Mai 1865, bei der Grundsteinlegung d^r Synagoge in Neustadt a. d. H. am 4. April 1866, zur Einweihung der Synagoge in Speyer am 27. April 1866, in Neustadt a. d. H. am 18. Mai 1867, der Synagogen zu Landau und Hagenbach am 5. September 1884 und 8. Mai 1885, außerdem verschiedene Gedächtnisreden, darunter für die sel. Rabbiner Cohn in Kaiserslautern, Merz in Dürkheim und andere hervorragende Israeliten. Außerdem erschienen in der Bibliothek jüdischer Kanzelredner von Kayserling fünf Predigten über allgemeine Themata. Die über ihn in derselben niedergelegten biographischen Notizen sind nicht in allen Punkten richtig. In allen Arbeiten erkennt man den wissenschaftlich und talmudisch geschulten und über das Mittelmaß sich erhebenden Geist eines scharfsinnigen und emsigen Forschers. Sein Leben war reich an Arbeit und Erfolg; aber auch von manchem Schattenseiten des Lebens blieb er nicht verschont. Mögen diese von seine» Verdiensten ausgewogen und verdrängt werden! Iie Sprüche der Däter und ihre historischen Beziehungen von Rabbiner Dr. Fried mann in Lublinitz. *) 13 b. „Rabbi Simon sagt: Es gibt drei Kronen^ die Krone der Gelehrsamkeit, die Krone des Priestertums und die Krone des Königtums; aber die Krone des guten Namens gehört zu ihnen." *) Siehe Jahrgang 11, Seite 210.

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