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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-03-01 · Heft 3 (1.3.1894) · p. Seite 56

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 3 (1.3.1894)
Date
1894-03-01
Page
Seite 56 (sequence 8)
Language
German
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Fluten ergießt ins endlose Meer, so gewiß wird die Reforinbewegung innerhalb des Judentums bei unentwegter Arbeit ihrer entschlossenen Vorkämpfer endlich den Sieg davontragen über den Schutt und Moder der vergangenen Zeit. Drum mutig ans Werk. 'Die Arbeit der Gegein^art verbürgt uns den Erfolg der Zukunft. Ihm gelte unser Kämpfen und Ringen, unser Mühen und Schaffen, unser Streben und Arbeiten alle Zeit unseres Lebens. We Stellung der Iran bei den Inden. Portrag, gehalten vor dem Jüdische» Kongreß in Chicago, von Tr. Max Lnndsberg iübersevt von Tr. ,°y. Michel >. Eine Betrachtung über die Stellung der Frau bei den Juden zerfällt naturgemäß in drei Teile, entsprechend den drei großen Perioden der jüdischen Geschichte. Die erste Periode umfaßt die biblische Zeit bis zur Vernichtung der jüdischen Nationalität durch die Römer. Tie zweite Periode schließt die lange Leidenszeit in sich vom Falle Jerusalems bis. zur politischen Gleichstellung der Inden am Ende des vorigen Jahrhunderts, die in Frankreich und in den Vereinigten Staaten ihren Anfang nahm. Die dritte bezeichnet der zunehmende Wechselverkehr zwischen Inden und Nichtjnden und ihre thätige Anteilnahme an dem wirtschaftlichen, politischen und geistigen Leben der Natidn, in deren Mitte sie leben und von der sie einen wesentlichen Bestandteil bilden. Der Beginn dieses Zeitraums schwankt bei den verschiedenen Nationen, je nach der Zeit der Aufhebung der politischen Ungleichheit, zwischen den letzten Jahren des vorigen Jahrhunderts und der zweiten Hälfte des gegenwärtigen und reicht bis auf die Gegenwart. In Rußland-und den Ländern des Srients hat diese dritte Periode noch nicht begonnen. Man nimmt gewöhnlich an, daß die Stellung der Frau in der ersten Periode ganz allgemein bekannt sei, da die biblischen Schriften jedermann zugänglich sind, und da ganze Stöße von gelehrten und populären Büchern sich mit dem Gegenstände beschäftigen. Nichts ist weiter von der Wahrheit entfernt, und man darf kühn behaupten, daß über die Stellung der Frau unter den alten Hebräern vor dem achten oder siebten Jahrhundert der vorchristlichen Zeit nichts bekannt ist, oder doch nur das Wenige, das aus gelegentlichen Bemerkungen zn schließen ist, in welchen geschichtliche Reminiseenzcn mit außergewöhnlicher Treue bewahrt zu sein scheinen. Wer allerdings die biblischen Schriften nach einem anderen Maßstabe mißt, als nach dem auf alle übrigen Erzeugnisse des Menschen-

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