Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1894)
- Date
- 1894-02-01
- Page
- Seite 37 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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?u nicht dazu angethan. seine Berufssreudigkeit zn vennehren und die Hoffnung auf ein glückliches Gelingen zu starten. Tenn der egvptstche König batte auf die an ihn ergangene göttliche Botschaft nur tranigen Hohn zur Antwort und steigerte die Bedrückung des nngliicklichen Balles dis ins Unerträgliche. Und die Israeliten^ die Mose einen kurzen Augenblick als ihren Erretter und Befreier zugejauchzt, wandten sich alsbald von ihm ab, da er seine Verheißungen nicht allsogleich wahrmachen tonnte, und stießen harte Verwünschungen gegen ihn ans, dieweil er ihnen das Joch nur noch schwerer gemacht hatte. Wohl versuchte er es noch einmal, der Gattes mm ine gehorchend, das £% des Voltes zu gewinnen und schilderte in tranigen, teruigen Worten den hohen Berns, der Israel zngesallen, das herrliche Los, das seiner harre. Allein „sie hörten nicht auf Moses vor Klirre des Sdems und wegen der Schwere der Knechtschaft." Jetzt schien auch Mosis Kraft erschöpft, er verzweifelte schier an sich selbst und war .so tief verstimmt, daß er dem Aufträge, abermals zu dem König von Egypten zu geben und ihn zur Entlastung Israels aufzufordern, den Einwand entgegensetzte: „Siehe! die Kinder Israel hören nicht auf mich,' wie sollte Pharao aus mich hören'?" Nur die Versicherung, daß sein Bruder Ahron ihn ergänzen, daß dieser das rechte Wort finden werde,' das seines Eindruckes auf Hoch und Niedrig, auf Vornehm und Gering, auf Jung - und Alt nicht verfehlt, flößte ihn: neuen Mut ein und bewahrte seine Seele vor Verzagtheit, die ihren düsteren Schleier über it-it ansznbreiten schon begonnen hatte. ' Wie oft ist seitdem dieses von tiefster Bitterkeit zeugende Wort: „Siehe! die Kinder Israels hören nickt auf mick, wie sollte Pharao ans mich hören?" von den Vorkämpfern jüdischer Interessen wiederholt worden! Doch wohl zu keiner. Zeit so häufig und mit so voller Berechtigung, wie in der Gegenwart. Tie Pharaonen, ob sie nun am Nil ihre Königsburg errichtet hatten, oder ob sie am Ufer irgend eines anderen Flusses im Morgen- oder Abendlande thronten, haben nur äußerst selten der Stimme des Rechtes und der Menschenliebe Gehör gegeben, die von den Lippen jüdischer Geistesbelden zu ihnen drang, sie verschanzten sich gemeiniglich hinter religiöse Satzungen und hinter patriotisch . klingende engherzige Phrasen, um ihre gehässigen Maßregeln gegen die jüdischen Dulder zu beschönigen. Aber wenigstens blieb den Wortführern des Judentums in der Regel die hohe Geuugthnung, daß ihre eignen Brüder gierig ihren Worten lauschten, daß sie sich durch die Verkündigung der göttlichen Lehren, in welches Gewand sie immer gekleidet waren, gehoben, getröstet und zum Guten angespornt fühlten. Das Schriftwort: „Sie hörteil nicht ans Moies vor Kiirpe des Sdems und wegen der Schwere der Knechtschaft" hat in den finstersten Zeiten des Religionsdruckes und der fanatischen Verfolgungen nur ausnahmsweise seine Bestätigung gesunden. Tenn unter der schwersten Bürde keuchend, haben unsere Vorfahren fast immer ein offenes Lhr gehabt für den Seelenerguß der Diener dez' Religion und srch