Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1894)
- Date
- 1894-02-01
- Page
- Seite 36 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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— 30 — Auf dem Tische stand eine Pendel-Uhr und da gab er ihnen höchstens zwei Stunden Zeit dazu-, Sic brachten auch benanntem Anführer diese Summe von 2000 um;, fl. zur Zeit. Dienstag, den 20. d. M. (28. November) befahl der königlich sächsische Befehlshaber, daß man ihm, wenn die Judengassen nicht geplündert werden sollen, 4000 ung. fl. gebe. Einige Stunden darauf schickte er sogleich dreißig Soldaten als Execution an die Gemeindevorsteher, Montag wieder dreißig Mann und Donnerstag el>en so viele, bis sie gegen hundert waren. Dies verursachte große Auslagen für Speisen und Getränke, außerdem daß man jedem einen Gulden pr. Tag geben mußte. Zudem Allem brachten sie noch den Rabbiner R. Jonatan mit einigen Vorstehern der Geineindc in Haft in das Wachhaus der Altstadt und gewährten Niemanden den Zutritt zu ihnen, so daß man außer vielen tausend Gulden Zahlungen an ihre Hauptleute noch dreitausend ung.Gulden entrichten mußte. Darauf entließen sie sie ans der Haft, nahmen die Exention aus der Judenstadt und die Franzosen bestimmten, wie gebräuchlich, zwei Soldaten für das Wachhaus in der PinkhaS-Gasse. Sie gestattetem cs keinem Juden, mit Krös und Mantel auch in der Judengasse herumzugehen, weil sich die Inden in ihrem Lande nicht so.führen. Wenige Tage darauf wurde in den drei Stadttheilen ausgerufen, daß man das französische Geld, nämlich ihre Reichsthalcr für zwei Gulden 24 kr. 3 Pfennige und die ung. Gulden für vier Gulden fünfzehn Kreuzer annehme. Wir sahen nie mehr kleine Münze, wie früher, deswegen nahm der Verkehr täglich ab, täglich gabs Händel und Streitigkeiten. Kaufte einer etwas Unbedeutendes auch von Speise und Trank, so gab er diese großen Münzen; vielen Menschen entstand dadurch großer Schaden durch unsere vielen Sünden. (Fortsetzung folgt). ..Siehe! die Kinder Israel' hören nicht auf mich, wie sollte Hcharao ans mich hören?' Predigt, gehalten in der Synagoge zu Stettin am 6. Januar 1804 (in der Trauerwoche nach dem Tode Dr. Adolf Jellineks) ' von Tr. Vogelstein. Es war eine schwere und undankbare Aufgabe, die Mose am Horeb übertragen worden, und seine anfängliche Weigerung, die göttliche Sendung zu übernehmen, entsprang nicht dem Mangel an Begeisterung und Herzenswärme für die große Sache, in deren Dienst er sich stellen sollte, sondern der Erkenntnis der fast unüberwindlichen Hindernisse, die sich ihrer Durchführung entgegenstellten. Der Mißerfolg, den er bei seinem ersten Auftreten anfznweisen hatte, war auch