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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-02-01 · Heft 2 (1.2.1894) · p. Seite 34

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 2 (1.2.1894)
Date
1894-02-01
Page
Seite 34 (sequence 10)
Language
German
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84 Schießröhren, Wendung der Stadt (und Es entstand e da sie tagtäglich einen neuen Zuwachs erhielt und in diesen außerordentlichen Zeiten ihnen Alles allein oblag, daher wählten sie in jeder der zwei Judenstraßen drei hervorragende und in diesen Straßen gewählte Personen, damit sie ihnen in etwaigen Vorfällen mit dem Nötigen behilflich seien und man nach ihrem Geheiße ein und ausgllhe, und gaben ihnen Stock und Riemen »ach ihreni Ermessen. Freitast am 2. Kislew 502 (10. November) horte man, daß das Heer der Franzosen) Sachsen und Bayern der Stadt Prag nahe sei. Da verordneten die Behörden,(daß die Juden auf den Stadtwällen, die Schanzen heißen, wie das übrige Volk, hei Tag und bei Nacht auf der Wache stehen und bei den großen die „Stuck" heißen, Helsen. Am hl. Sabbat mieteten auf Ver- Gcineindevvrsteher die Kommissäre, nämlich die oben erwähnten zu solchen ernannten Personen, hundert Christen für diese Juden. vinitag den 4. Kislew (12. November) Nachmittag entstand ein Lärm, als ob das Heer in Prag eingetroffen wäre. Sie zogen mit Pauken durch die lernt ans), daß jeder Waffenfähige auf den Schanzen bereit stehe, ine große Verwirrung. Die aus Gemeindemitgliedern bestende Kommission vcrordnetc bei großer Strafe vor den Häusern und auf den Dachböden Fässer mit Wasser anfznstellen. Zudem stellten sie hundert Inden in den 3 Stadttheilen, beim Rathhanse und beim Karolinum auf um sie vor Feuersbrünsten — schone und laß Friede sein — zu behüten; die Inden lebten in großer Besorgnis; in der Stadt. Montag den 12. Kislew (20. November) verordnete die Obrigkeit, die Deputation, deren Glanz sich hebe, alle Uhren und Glocken in ihren (den christlichen) Bethansern ruhen zu lassen; auch an den Gemeindevorsteher schickten sic den Auftrag, den Zeiger in der Jndenstraße still stehen zu machen bei Verlust des Uhrrechtes. Von dem Tage an hörte man an allen Plätzen diese Klänge gar nicht mehr. In der beacht des heiligen Sabbats am 14. Kislew, (25. November) war es in der Absicht des obenerwähnten Heeres, so viel wir von demselben hörten, in die Stadt zu kommen durch die verderblichen Wirkungen der großen und kleinen Wurfgeschosse und auf Leitern gegen die Stadtmauer anzurennen. Viele von ■ diesen Soldaten erzählten uns, daß ihnen der Ober-General von Sachsen, Namens Weißbach gestattet habe, einige Stunden hindurch in der Jndcnstadt zu rauben und zu plündern. Aber wegen sehr heftiger Winde während dieser Nacht ließen sie davon ab und kamen nicht bis zum Ausgang des folgenden hl. Sabbats. Mit Beginn der Nacht kamen viele Soldaten in unsere Straßen und verlangten im Anstrage des Generals betitelt Ogilvy einige hundert Juden zur Schanzarbeit, widrigenfalls, werde er Husaren zur Plünderung in die Judenstraße schicken. Da gab's Verwirrung und lauten Jammer. Der Rabbiner R. Jonatan stand von feinem Bette aus, lief umher und rief aus: Meine Brüder, meine Kinder, gehet

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