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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-02-01 · Heft 2 (1.2.1894) · p. Seite 28

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 2 (1.2.1894)
Date
1894-02-01
Page
Seite 28 (sequence 4)
Language
German
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J — 28 — arabischen Märchen verstehen es besonders Juden der gläubigen Menge als Zauberer und Taschenspieler zu imponieren. Auch ein alter Historiker Massüdi erzählt von einem Juden, namens Batruny in einem Dorf bei Kufah, der als geschickter Zauberer vor dem Statthalter in der Moschee seine Kunststücke zeigen sollte, auch wirklich verschiedene Gespenster erscheinen ließ und unter anderen Taschenspielerstückchen einem Menschen den Kopf abhieb und ihm ihn wieder aufsetzte. Ein frommer Mann unter den Zuschauern, entrüstet über diese Teufelskünste und überzeugt, daß der Hexenmeister mit dem Satan im Bunde stehe, hieb ihm den Kopf ab, ohne daß derselbe ihm wieder aufgesetzt werden konnte. Der arabische Statthalter ließ den Mörder darauf mit dem Tode bestrafen. Ein anderer Rabbiner in Tausend und eine Nacht, 438. Nacht, war ein viel gefährlicherer Zauberer. Er wohnte in Syrien und besaß ein köstliches Heilmittel, Snlhiat oder Wasser des Lebens genannt, das jeden Kranken unfehlbar gesund machte. Ein indischer König fordert seine beiden Söhne auf, für die schwer erkrankte Königin dasselbe.zu holen. Der ältere, in der großen Stadt, wo der Rabbi wohnte, angekommen, säumte nicht, sich in die prächtige Synagoge zu begeben, welche man ihm bezeichnet, hatte. Er trat hinein und bat den Rabbiner um ein wenig Wasser zur Erquickung. , „Der alte Spitzbube von Juden" hielt ihn für einen muselmännischen Derwisch. „Seine Religion machte es ihm zur Pflicht, die Ungläubigen aus dem Wege zu räumen"; er vergiftete das Wasser, das er ihm'gab; der Prinz stürzte auf der Stelle todt nieder und der Israelit, sehr zufrieden mit seiner frommen Handlung, wickelte den Leichnam in eine Matte. Der jüngere Prinz erschien bei dem Juden, ohne von. dem Schicksal seines Bruders zu wissen, wurde festgehalten und zum Schameß in der Synagoge gemacht. Endlich bot ihm die Sinnlichkeit der jungen Frau des Zauberers die Möglichkeit, den Juden zu überlisten, zu töten und nnt der Frau zu entstiehen. Der gewöhnliche Jude erscheint in der Volkssage wie noch heute als Typus eines habsüchtigen, schlauen Kleinhändlers. Unter den vielen hier anzuführenden Beispielen genügt es auf eine der bekanntesten Nächte hinzuweisen, die 324ste, die von Aladin und seiner Wunderlampe handelt. Die wunderthätige Lampe bringt in das ärmliche Haus des Knaben kostbare silberne Geräte, die ein schlauer Jude, der wohl merkt, daß Aladin keine Ahnltng von ihrem wahren Werte hat, ihm zu einem lächerlich geringen Preise abkaust. Der jüdische Schriftschatz war es bekanntlich, dem namentlich Mohamed einen großen Teil seiner Legenden wie seiner Sittenlehren entlehnte und nachbildete. Ich wühle aus den unzähligen hierhergehörenden Fällen einen wenig bekannten und beachteten aus, Eine jüdische Gemeinde, die den Sabbat entiveiht hatte, wurde in Affen verwandelt, in welcher Gestalt sie noch Kalif Omar I. erblickt haben soll. Vor allem sind es hervorragende Helden der biblischen Geschichte, an welche die arabische Sage sich anrankt. Da ist denn zunächst die majestätische

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