Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 2 (1.2.1894)
- Date
- 1894-02-01
- Page
- Seite 27 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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27 Aus ihnen macht man StaatSräte und Prinzen. O Volk Aegyptens, ich geb' euch den Rat, werdet Juden, denn der Himmel selbst ist jüdisch geworden. Daß man von solchen Stimmungen hingerissen sich auch wohl zu Gewaltthaten gegen die glücklichen Inhaber solcher Ehrenämter verstieg, ist aus der Ermordung des spanischen Wesirs Joseph, f 1066, ersichtlich. Nach „Tausend und eine Nacht", dessen Märchen, wenn auch nicht historisch, doch häufig genug poetisch wahr sind und auch wohl wirkliche Geschehnisse oft reflektieren, fand auch ein Rabbiner einmal einen solchen gewaltsamen Tod in den Fluten des Tigris. In der 578. Nacht der Habicht'schen Ausgabe antwortet ein junger Muselmann, den man wegen eines großen Unglückes mit den Huris des Paradieses trösten will, ein solcher Trost käme ihm gerade so vor, wie der Zuspruch jenes Rabbiners, der einen nichtsnutzigen Juden, welcher vom Kadln von Bagdad zum Galgen verdammt worden sei, habe trösten wollen. Zu dicscin Zwecke habe er ihm eine glänzende Beschreibung voir dem Feste gegeben, welches Isaak und Jakob bei seiner Ankunft im Himmel ihm bereiten ivürdcn. Ueber die Geschwätzigkeit des Rabbiners sei denn endlich ein Soldat ungeduldig geworden und habe ihn in den Tigris gestoßen mit den Worten: „Gehe voran, um die Becher zum Feste auszuspülen." Sonst hat man gerade vor dem Rabbiner, wie überhaupt vor den jüdischen Oberhäuptern eine ehrfurchtsvolle, ans Furcht sich gründende Scheu. Sie galten nämlich für fähig, die Schlüssel zur Ervsinuug des Geiftcrrciches zu gebrauchen und die schwarze Kunst gründlich zu verstehen. Tic arabische Sage schreibt nanientlich dem jüdischen Fürsten dem Rös al Gülüt «Reschglutha) eine tiefe Kenntnis dieser mystischen Geheimnisse zu. So erzählt Al Kazwini von Megühid, f 719: derselbe habe sich vom Gouverneur von Babylon den Rüs al Galüt holen und sich die bösen Geister Härut und Märät (Goa und Magog) zeigen lassen. Diese Künste hatte der Reschglutha nach der Vvlksmeinung von seinem berühmten Vorfahren, dem zaubermäclnigen Salomo eoe.br, ivie bas wigendc Sage zeigt. Adam erhielt von Gott einen Wunderspiegel, in dem sich das ganze Universum wiederspicgelt. Nach Adams Tode tvnrde dieses Wunderwerk von einem Dämon I’KTS in tausend Scherben zerbrochen und durch die Erbauung der Stadt Gobart auf denselben den Menschen entzogen. Dem «agenberühmten Salomo (cf. Jellinek Beth hamidrasch V. S. 11, 17, 53 u. s.l gelang e-Z, den Teufel zur Zerstörung der Stadt und Auslieferung der Spiegelschcrbcn zu zwingen, den Spiegel aus diesen zusammenzusetzen und in seinem Geschlecht zn vererben; so kam er endlich an den Rns-al Gnlüt unter Merwau ibn Mohamed, deni letzten Ommayaden (745—750. Damals fungierte, wie in meiner oben, angeführten Arbeit S. 174 nachgcwiesen, Salomo ben Chisdai als Exilarch.» Merwan aber, dem er von dem davidischen Fürsten verehrt wurde, zeigte der Spiegel nur Karrikaturen, weshalb er ihn zerbrechen und den Reschglutha enthaupten ließ. In den 1