Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 14 (1894)
- Issue
- Heft 1 (1.1.1894)
- Date
- 1894-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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21 Dyks, eine Darstellung aus dem alten Testament. — In einer Moschee in Gaza fand man auf einer korintischen Läute eine halb erhabene Abbildung des siebenarmigen Leuchters. Eine unterhalb des Bildwerkes angebrachte, griechische und hebräische Inschrift enhält eine Widmung an Ananias, den Sohn Jakobs. Die Säule gehörte wohl einst zu einer dortigen Synagoge. — Man berichtet uns aus Pilsen: Einen seltenen Genuß bereitete dem vollständig ausverkauften Hause Frl. Rosa Theimer als „Acuzena" in Verdi's „Troubadour." Die talentvolle Künstlerin, welche sowohl bei dem hiesigen Chormeister Herrn Burgstaller als auch bei bestbekannten Wiener Meistern Gesanguntcrricht genoß und sich nur aus Liebe zur Kunst zu diesen: einmaligen Auftritte entschlossen hat, verfügt über eine wundervolle Mezzosopran-Stimme von herrlicher Klangfarbe und großem Umfange. Besonders rief die erste Scene des vierten Actes wahre Beifallsstürme hervor, und es ist nur zu bedauern, daß ein so gottbegnadetes Talent, das gewiß viele Lorbeeren auf dem Gebiete der Kunst erringen würde, sich nicht der Bühne widmet, sondern bescheiden in den Kreis der Familie zurücktritt. — „Jesch Thikwah.“ (Es gibt Hoffnung» Schauspiel in 3 Aeten aus den: jüdischen Leben in der Gegenwart von I. L. Landau. Krakau 1893, Der Verfasser ist uns bereits aus früheren hebräischen Dramen »Bar Kochba," ..Archarith Jeriischalajim“ und „Herodes" vorteilhaft bekannt. Das neue Drama ist ein jüdisch-nationales Tendenzstück. Die Sprache ist gut, die Fabel nicht schlecht erfunden, die dramatische Technik läßt viel zu lvünschen übrig. ...leset» tliikwah" wurde bereits einmal aufgefiihrt und zwar auf der Stadtbühne in Brody. — Heinrich Laube schreibt in den „Monatsblättern" von Paris aus: „Ta des Theaters erwähnt worden »var, und Thiers in seinem Redeerguß sich über die Wichtigkeit dieses Instituts im Staatsleben verbreitet hatte, so »vnrde unter den kleinen Blitzen, welche solch' einem befruchtenden Gelvitter folgen, auch hier und da wieder der Rachel gedacht. Ich halte dabei die Bemerkung zu inachen, daß Niemand ihrer jüdischen Herkunft erwähnte. Wo der Jude cmanzipirt ist, da »vird er auch nationalisirt. Warum zögert man bei uns mit einer so notwendigen Maßregel, welche durch Humanität und Klugheit zugleich geboten »vird? Tie Franzosen sind übrigens nicht so unkundig über die Verschiedenheit der Menschenrasse, welche zwischen einem »norgenländischen Stamine und abendländischen Völkern herrschte, sie sind^sich der Konsequenzen solch' einer Verschiedenheit vielfach bewußt, wenn auch in ihren Zeitungen nicht leicht die Rede davon ist. — Mimdlich sprechen sie sich wohl darüber aus. Aber sie sind in diesem Betracht immerdar höflich und human; jedenfalls höflicher »»nd humaner als »vir. Vielleicht weil eben die Einverleibung schon lange bewerkstelligt ist, vielleicht »veil sie leichter zu bewerkstelligen war innerhalb einer so festgeschlossenen Einheit, wie das Franzosentum eine ist. Ist sie aber den Franzosen leichter geworden, so kann uns Deutschen bie Emanzipation der Juden vielleicht noch nützlicher werden. — Wir bedürfen