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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-01-01 · Heft 1 (1.1.1894) · p. Seite 15

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 1 (1.1.1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 15 (sequence 15)
Language
German
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düchtnisredc hielt dessen Amtsnachfolger Herr Tr. L. Blumenthal. — Vereine für jüdische Geschichte und Litteratur wurden gegründet in Posen und Neiffe. — Am 1. November sprach Herr Stadtrabbiner Tr. Appel aus Mannheim auf Veranlassung, des „Vereins für jüdische Geschichte und Litteratur" im großen Rathaussaale in Karlsruhe über das Thema: „Das jüdische Traditions- und Forschungsprinzip historisch beleuchtet." — Im Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Mannheim hielt im „Casino-Saale" Herr Tr. Löwenstei« aus. Mosbach einen Vortrag über das Thema: „Tic Juden in Mannheim unter den Pfälzischen Kurfürsten". — Tje Zeitschrift der deutschen Morgenländischen Gesellschaft enthält lHest III Band 47) einen Aufsatz von Moritz Steinschneider: Schriften der Araber in hebräischen Handschriften und eine eingehende Besprechung von Kohuts, „Arucli completunr von W Bachrr. — Ter Verein für jüdische Geschichte und Litteratur in Berlin nahm am 24. Oktober seine Thätigkeit wieder auf. Herr Meyer Cohn sprach über jüdisches Fremdcnrccht. Im Anschluß hieran fand ein Discussionsabend statt. Ten ersten öffentlichen Vortrag hielt Herr Prof. M. Hartmann über Mohamed lind die Inden. — In Frankfurt a. M. starb a»l I. November Herr Tr. med. Marcus Hirsch, der Sohn von Samson Raphael Hirsch, der sich auch durch verschiedene Schriften, namentlich durch seine Broschüre „Kulturdefizit am Ende des Hl. Jahrhunderts" bekannt gemacht hatte, im 55. Lebensjahre. Vor einigen Wochen starb der auch in weiteren Kreisen bekannte Oberlehrer a. T. Herr Liebman» in Stuttgart, der bereits im 89. Lebensjahre stand. Der Verstorbene war über 50 Jahre lang Lehrer in Eßlingen und zugleich Religionslehrer am Schullehrerseminar daselbst. — In Hannover starb jüngst im hohen Alter der frühere Hausvater des israelitischen Simon'schen Waisenhauses Herr Tr. M. Cohn. — In Frankfurt a. O. starb Herr Tobias Cohn im Alter von 102 ' > Jahren. — In Worms starb das älteste Mitglied der jüdischen Gemeinde Herr Salomo« Levi im Alter von 100 Jahren, nachdem er nur einen Tag krank gewesen. — Unter den 172,057 Juden in Preußen, befinden sich 700 spanisch portugiesische und 212 orientalische. — Herr Consul Reiß in Mannheim hat zur Errichtung cines Kriegerdenkmals der Stadt seinen gezeichneten Beitrag von Mk. 1000 auf Mk. 10000 erhöht. — In Rödelheim feierte jüngst Herr Louis Stern im Kreise seiner Familie in voller Rüstigkeit den 90. Geburtstag. Zahlreich waren die Glückwünsche und Gratulationen, selbst vom Auslände aus Anlaß dieses Lages. Die christlich jüdischen Mischehen bezeichnete Herr Hofprediger Wendland auf der letzten Brandenburgischen Provinzialsynode als „eine vollkommene Unnatur". Hier haben wir von streng christlicher Seite eine Bezeichnung für die Mischehen, deren Anwendung bisher immer den Juden zum Vorwurf gemacht worden ist. Die Antisemiten behaupten ja fälschlich, bei den Juden gelte nach talmudischem Gesetz die Ehe zwischen Christen und Juden als Unnatur. Nun wird von christlich-

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