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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1894-01-01 · Heft 1 (1.1.1894) · p. Seite 14

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
14 (1894)
Issue
Heft 1 (1.1.1894)
Date
1894-01-01
Page
Seite 14 (sequence 14)
Language
German
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14 Lande konnte ich diese Gesellschaft nicht vergessen. Es vergingen säst zwei Jahre. Ich besuchte an einem Jahrzeittage wie der die Synagoge in der Schiffgaffe und traf wieder meinen seltsamen Greis als Bettler auf seinem Standplätze an den Stufen des Portals zum Gotteshause. „Aber, Jeremias, wie kommen Sie wieder hierher?" fragte ich erstaunt? „Lasten Sie mich gehen mit diesem Namen!" antwortete er ärgerlich, „ich habe die Ateliers »nd die Künstler satt, ich will nichts mehr von ihnen wissen." „Warum denn aus einmal?" „Warum? Weit ste meine Tochter, mein einziges Kind verführt haben. Aus der Martha oder Maria, als die sie anfangs fast, haben sie sie dann als Modell zu einer Grazie -oder Nymphe gemacht. Das kann kein jüdischer Vater zügeben. Ich stürmte mit gezücktem Messer in das Atelier, hätte mich vielleicht an meiner Ävchter vergriffen, wenn sie nicht mit ihren Kleidern in der Hand geflüchtet, wäre, aber ich zerschnitt in meiner Aufregung die Leinwand, auf der ihr Bild schon fast vollendet stand. Es kam zwischen mir und dem Maler zu einer heftigen Auseinandersetzung, und ich betrete seitdem nicht mehr die Schwelle eines Ateliers. Lieber betteln. Meine Tochter ist reuig in meine Arme zurückgekehrt, sitzt nun Tag und Nacht bei der Nadel, wenn sie damit auch kaum das Leben fristen kann. Ick! Bald darauf erfuhr ich, dast mein Freund, der jetzt ein kleines fixes Ein kommen l)t gab diesmal dem Greis mehr als meine Umstände erlaubten. ttc, fleißig das Hans dieses Greises besuche. Bei dem Charakter meines Freundes wußte ich, daß er nur ernste Absichten haben könne und ich fand eines Tages in der. Form einer Berlvbuugskarte meine gute Meinung von ihm bestätigt. Der Karte war das Bild beigelegt, wie Maria von Bethanien Jesus die Füße solbt. O. W. Monatsschau. Ji Berlin ist soeben erschienen: „Die hebräischen Uebersetzungen des Mittelalters, und die Juden als Dolmetscher", zwei Bände von Herrn l)r. Moritz Steinschneider. Dieses großartige Werk ist die Frucht eines halben Jahrhunderts, ein -Monument des -Fleißes, der Ausdauer und der gründlichen Kenntnis der gesammten jüdischen Litteratur in verschiedenen Sprachen, das den Preis von 10,000 Franks vor der Pariser Akademie erhalten hat. — Am 22. Oktober wurde das Grabdenkmal, ivelches die israelitische Gemeinde in Frankfurt a. 0. ihrem sel. Herrn Ranbiner Dr. Moses Löwenmcycr setzen ließ, feierlich enthüllt. Die Ge-

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