Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1892)
- Date
- 1892-12-01
- Page
- Seite 284 (sequence 22)
- Language
- German
- Belongs to
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entzündet wird. Denn int jüdischen Gotteshanse gibt es keine That, kein Wort, Licht, Liebe. Segen sollen von nun ab täglich der Segen Aron's gesprochen erfleht wird für alle Völker, für alle ininel sind. Wie einst Salomon den betete, daß die Gebete Aller in er keinen Gedanke», der-das Licht scheuen darf aus diesem Hause strahlen. Hier wird werden, in welches» Frieden von Gott Menschen, die Söhne eines Vaters im 'Hi ersten israelitischen Tempel weihte, indein demselben erhört werden sollen, welcher Nation sie seien, so segne ich Euch Alle mit dem alten Gottessegcn. Hierauf verrichtete der Rabbiner von Reichenberg, Herr Dr. HoffmaUn, das Kaisergcbet, wontit die erhebende Feier, zu deren Weihe die prächtigen Gesänge des Reichenberger Hempelchores wesentlich beitrugen, ihren Abschluß fand. — In der Gemeinde Kererche im Marinaroser Komitat fand infolge der Aufreizung der ruthenischen Bevölkerung durch einen jungen griechisch-katholischen Geistlichen Aladar Zombor eine Jndenhetze statt. — Während des Festgottesdienstes in der Synagoge zu (Oatuirrin hat die Partei der Chassidim gegen die Mitglieder der Gemeinde große Ausschreitungen begangen. Die Gensdarmerie schritt ein und verhaftete mehrere angesehene Kaufleute. — Die Bibliothek der Alliance Jsraelite Universelle in Paris wird dem Publicum zugänglich gemacht werden und ist Herr Dr. Singer, der Dircctor der Encyclopaedie, zum Bibliothekar für dieselbe bestimmt. —Bei der Lrntennarfeirr der franMschen Republik war der israelitische Kultus offiziell durch das Konsistorialmitglied Maaß, den Oberrabbiner Ab. Eichen und den Oberabbiner Joseph Lehmann, Direktor des israelitischen Seminars, vertreten. —. Ans Paris wird von dem Tode des Herrn Michael Erlanger berichtet, eines durch seine humanitären Unternehmungen weithin bekannten Mannes. Er starb in Avray. Am Leichenbegängnisse beteiligte sich das Consistorinm mit Herrn Gustav Rothschild an der Spitze. Die Herren Oberrabbinex Zadok, Kahn, Dreifuß und! Leven hielten ergreifende Leichenreden. — Den Städten Liverpool und Manchester überwiesen die Erben des Herrn P. Lewis, eines vor 7 Jahren verstorbenen Israeliten, der in L. und M. große Kaufläden besaß, 200,000 «£ -4 Mill. Mk. zum Besten der Arbeiter. An beiden Orten sollen hierfür billige und gesunde ArbÄterwohnungen errichtet werden. — Bei dem Gottesdienste für arme Israeliten, welcher am Bersöhnungsfeste in den Räumen der Jew's Free-School (Jüd. Armen-Schnle) in London abgehalten wnrde, hat Lord Rothschild die Haphtorah des Tages in englischer Sprache von der Kanzel herab vorgetragen. — Herr Dr. M Minternitz aus Wien, welcher sich in Grford niedergelassen hat, ist eine schätzbare Acquisition in den Reihen der jüdischen Gelehrten Englands. Jüngst hat derselbe in Verbindung mit Herrn Professor Max Müller die neue Ausgabe der „Sacred books of East“ (heilige Bücher des Orients) besorgt, zu welcher Arbeit seine hervorragende Kenntnis der Sanscrit ihn besonders befähigt. Andere Werke über orientalische Volkskunde stehen von ihm zu erwarten. — Dem IX. internationalen Grientalistenkongreß, welcher in London zusammengetreten, soll, wie der „Times" aus Wien gemeldet wird, von einem daselbst wohnenden englischen Geistlichen ein vor wenigen Monateh in Aegypten entdecktes Papyrus unterbreitet worden sein, der — falls seine Echtheit anerkannt wird — ein außergewöhnliches Interesse darbietet. Derselbe gehört zu den ältesten bekannt gewordenen Handschriften von Büchern des alten Testamentes; er enthält Teile ans den Propheten Zacharias und Maleachi auf mehreren sauber znsaminengehestetenund beiderseitig beschriebeneu Blättern von etwa 30 Centimeter Höhe und 20 Centimeter Breite- Der griechische Text ohne Wortabsätze nach der Art alter griechischer und hebräischer Handschriften