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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-12-01 · Heft 12 (1.12.1892) · p. Seite 282

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 12 (1.12.1892)
Date
1892-12-01
Page
Seite 282 (sequence 20)
Language
German
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nahe ständen. — Am 12. September wurde in Höhm-Leipa Herr Dr. Josrf Wiesen aus Osterode a», Harz in sein Amt als Rabbiner feierlich eingeführt.— In Wien starb am!3. Oktober Herr Dr. Leopold Goldberger, Neligionslehrer am städtischen Gymnasium in der Taborstraße. Herr Oberrabbiner Dr. Güdemann widmete ihm einen! ehrenden Nachruf. — In Krody wurde Herr Dr. Paul Goldhabcr zum Bürgermeister gewählt. — Am 8. December tritt Herr Josef Weiße, Obberrabbiner in Wnag-Urulladtl ins 81. Lebensjahr. Derselbe rühmlichst be kannt als bedeutender Hebraist — er schrieb in seiner Jugend einen ansgezeichneten hebräischen Kommentar zu den Büchern der Chronik — ist gegenwärtig mit Bearbeitung einer Geschichie der Rabbiner Mährens beschäftigt. Wir kleiden unsere Glückwünsche für den greisen Gelehrten in die Worte: „Mir Achtzig frisch auf zu neuer Kraft." — Man schreibt uns aus Ungarn. Vom seligen Leopold Lorw erzählt man, so oft Jemand in seiner Gegenwart von Judenfreunden oder Judenfeinden gesprochen halte, habe er, Löew, bemerkt: Meine Herren, es gibt keinen Jndensrennd und keinen Judenfeind, sondern bloß einen Menschenfreund oder einen Menschenfeind. Ein solcher Menschenfreund hat am 16. Oktober in einer Ärmlichen Wohnung in einer Borstadt Arad's im Alter von 82 Jahre» das Zeitliche gesegnet. Der edch Verstorbene hieß Johann Hrsze, im Jahre 1846 40! Landesoberkvmmandant! der ungarischen Nationalgarde, i Rechnungshofes und ehemaliger nngar. Reichstagsabgeord- Eigenschaft hat er sich besonders als hervorragender Parla- Prüses des oberste neter. In letzterer Muster seiner Parlamentsreden ist ungarischen Parlamente für die Reung der Inden gehalten hat. Er und der Feder. Aber er war neben mentsredner ausgezeichnet. Das herrlichste die Rede, welche sr im Jahre 1848 im * für die Gleichberechtie. kämpfte für die Freiheit mit dem Schwerte seiner politischen ansgebreiteten Schriftstelftrei als Verfasser zahlreicher Flugschriften auch schönwissenschaftlich thätig und hat mehrere treffliche Novellen drucken lassen. In Arad, wo er seit Jahren in kümmerlichen Verhältnissen bei einer verwittweteu Tochter lebte, erfreute er sich einer besondern pietätsvollen Hochachtung und Verehrung; aber er erlaubte es nie, daß dieser Hochachtung und Verehrung efti materieller Ausdruck verliehen werde. Zur Charakteristik dieses Judensrenndes, oder ivie der selige Loew meinte, Menschenfreundes diene es, das; er die Jahrespension von dreitausend Gulden, welche ihm rechtmäßig gebührt hätte und auch vom Staate angeboten worden war, zurückgewiesen, um nicht die Steuerlast des Vaterlandes zu vermehren mit seinen Pcnsionbezügen und lieber im hohen Alter ein kümmerliches Dasein fristete. Die Araber israelitische Gemeinde würde sich, das Judentum und auch das ungarische Vaterland hoch ehren, nie»» sie die stiebe des seligen Johann Besze für die Emancipation der Inden ans den Landtagsdiarien des Jahres 1848 copiren und mit einer biographischen sttotiz des' Verfasser'« versehen durch den Druck verdas Andenken edler Menschenfreunde, sie auch gewesen waren, in hohen en: Der Csauader Bischof Alexander breiten würde. Das Judentum hat stets welch' Glaubens und welcher Abstammnng Ehren gehalten. — Aus Arad wird geschrie Drssewffii weilte jüngst drei Tage in Arad.1 Bei einem Banket, welches der Mi »oritenorden zu Ehren des hohen Gastes veranstaltete und zu welchem auch die Vertreter aller anderen Confessionen geladen waren, richtete der Oberrabbiner der Araber israelitischen Gemeinde Herr Är. Rosenberg an de» Kirchenfütsten eine Ansprache, worin es u. A. hieß: „Die katholischen Bischöfe glänzten immer durch ihre Vaterlandsliebe; sie ehrten stets die Selbstständigkeit und Constitution

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