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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-12-01 · Heft 12 (1.12.1892) · p. Seite 281

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 12 (1.12.1892)
Date
1892-12-01
Page
Seite 281 (sequence 19)
Language
German
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281 genügende Mittel zur Sicherung des Betriebes vorhanden seien. Schließlich übergab er die Aufsicht über das Haus den Oekonomen und den Ehrendamen. Alsdann wurde das Haus und seine Einrichtung in Augenschein genommen. Die 6 Betten sind auf 3 Zimmer im ersten Stock verteilt. Der zweite Stock ist noch leer. Im ganzen ist Raum für 20 Betten. — Das israelitische Waisenhaus in Dinslaken versendet den siebenten Rechenschafts-Bericht. Tie Einnahmen betragen 24000 Ml-, welche verausgabt wurde». — Am 19. Oktober fand in Frankfurt a. W. eine ordentliche Hauptversammlung des freisinnigen Vereins für jüdisches Gcmeindelebcn statt. Herr Tr. jnr. I. Klan hielt einen Bortrag über die Beschränkung des Gemeindeivahlrechtes der israelitischen Gemeinde auf preußische Staatsangehörige. Es wurde der Beschluß gefaßt, bei dem Vorstande der israelitische,^ Gemeinde wegen Abänderung des betreffenden Paragraphen der Gemeinde-Statuten vorstellig zu werde». — Ter Jahresbericht der hebräischen Unterrichtsanstalt in Krrslau über die Schuljahre 1890/1 und 1891/2 von Rabbiner Tr. P. Neustadt erstreckt sich über die zwei Schuljahre 1890 und 1891. Wir entnehmen demselben folgende Mitteilungen: Durch Erlaß der Königlichen Regierung von 7. Februar 1892 ist die Anstalt nunmehr auch staatlich anerkannt worden. Sie hat die Konzession, bhne jede Danerbcschräukung für immer und die Berechtigung erhalten, staatlich geltende Zeugnisse über de» Religionsunterricht auszustellen. — In der israelitischen Taub-Stummen-Austalt in Uku- Weißensee wurde das erste Mal in Deutschland am 9. Oktober ein Festgottesdienst für die erwachsenen jüdischen Taubstummen abgehalten, bei welcher Gelegenheit drei Knaben consirmiert wurden. In der Anstalt befinden sich 25 Zöglinge, 16 Knaben und 9 Mädchen. Der Raum reicht für 60 Zöglinge. — Auf Grund der Ergebnisse der Volkszählung von 1890 ergibt sich, daß von 3216 Kindern aus Ehen zwischen Jüdischen und Evangelischen, 2368 Kinder evangelisch und 727 jüdisch erzogen wurden, und von 588 Ehen zwischen Juden und Katholiken 331 katholisch und 196 jüdisch. — Herr Carl Malier in Koblenz, Besitzer der weltbekannten Eouvertfabrik M. Mayer wurde zum mexikanischen Konsul ernannt. — Die Krenzzeitung brachte am Versöhnungstage (1. Oktober) einen antisemitischen Glückwunsch unter' dem Titel „Was lehrt der jüdische Katechismus?", in welchem mitgeteilt wird, daß die Juden in Deutschland rein talmudische, höchst anfechtbare Geheimlehren verbreite» und fordert die Staats-Gewalt auf, diese Lehren behördlich zu prüfe», da sie geschäftliche Uebervorteilung der Nichtjuden, den Wucher und Steuerhintergehung gegenüber christlicher Staatsbehörde» als zulässig erklären und in gewissen Fällen den Falsch- und Meineid vor christlichen Richtern für zulässigerachten. Gegen diese albernen Angriffe wandte sich Herr Rabbiner Dr. Frank in Köln am 4. Oktober in einer Widerlegung, abgedruckt in der Kölnischen Volks-Zeitung unter Hinweis auf den Katechismus von Dr. Herrhrimer, welcher die dreißigste Auflage erlebte. — In Kerzen bei Frankfurt a. M. fand ein Zuchtviehmarkt statt. Ta die jüd. Handelsleute beabsichtigt hatten, wegen der antisemitischen Vorgänge in Bergen dem Markte fern zu bleiben, hatte sich die Ortsbehörde mit dem Synagogenvorstand ins Benehmen gesetzt und dieser hatte an sämtliche Synagogenvorstände das Ersuchen gerichtet, auf die Geschäftsleute ihrer Gemeinden eiuzuwirken, damit dieselben wieder zzzm Markte kommen. — In Groß-öteillhetm wurde am l. Oktober der israelitische Friedhof, da er überfüllt ist, behördlich geschlossen. — Bei der Ueberreichung einer Glückwunschadresse der Israeliten durch den Landesrabbiner Dr. Salzer betonte der Großherzog von Weimar, daß alle Landeskinder ihm gleich

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