Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1892)
- Date
- 1892-12-01
- Page
- Seite 280 (sequence 18)
- Language
- German
- Belongs to
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280 ’ — Hause, Treue und Ergebenheit gegen deu erhabenen Herrscher unseres teueren deutschen Vaterlands jutb die Gesetze desselben, wie auch gegen die königlichen und städtischen Behörden. Zn der Gemeinde gewendet, bat er um Vertrauen gegen Vertrauen, es beseele ihn der innige Wunsch, daß es ihm vergönnt sein möge Liebe und Achtung zu erringen, wie sie in so reicher Fülle seinem Vorgänger, dem hochverehrten Herrn Tr. Gnttmann zu teil geworden- Die am folgenden Sabbath gehaltene gedankenreiche und formvollendete Antrittsrede machte auf die vollzählig erschienenen Gemeindemitglieder einen tiefen Eindruck. Möge es dem neuen Herrn Landrabbiner beschieden sein, in unserer Mitte segensreich zu wirken! — Sr. Majestät der König von Italien haben dem Herrn Hofrat Tr. Fe!ir Hecht in Mannheim das Offizierkreuz des Ordens _ der Italienischen Krone zu verleihen. geruht. — Dem Oberlehrer der israelitischen Realschule lPhilaüthropiri) Herrn I. Klum in Frankfurt a. W. wurde gelegentlich seiner Versetzung in den Ruhestand der Kronenorden 4. Klasse verliehen, welcher ihm durch eine Deputation des Schulrates überreicht wurde. — Am 8. Oktober fand in Kerlin die Eröffnung des Wintersemesters der Lehranstalt für „die Wissenschaft des Judentums" in den neuen Räumen, Lindenstraße 48—50, statt. — Man schreibt uns ans Kielefeld. Hier ist eine vollständige Umgestaltung des Enltnswesens vorgenommen worden. Der Gottesdienst ruht ans den Prineipen der Reform. Alle auf den Opferkultus, die Rückkehr nach Jerusalem-«, s. w. bezüglichen Stellen sind aus dem Gebetbuche gestrichen. Es läßt sich gewiß von-hier ans viel Großes ausführen. Herr Prediger Koblenz verläßt mit Bewilligung die Gemeinde Bielefeld, um sich auf der Universität weiter auszubildeh. Seine Abschiedsrede, in welcher er auf sein 2tz>> jähriges Wirken in Bielefeld hinwics und auf sein Bestreben auf Erweckung des wahrhaft, jüdischen, erhabenen Geistes im Gegensatz zur toten Formsatzung, die nur zum "Fanatismus und Zum Verfalle des Judentums führt, war eine wahrhaft rührende und bewegende. Die Bielefelder Gemeinde steht in der That mustergültig in der Durchsührnng einer zeitgemäßen, geistesfrischen Reform da. Nirgend anderwärts vereinigten sich Prediger und Gemeinde in solch' echt glaubensdnrchdrnngenem npd begeisterten Wirken. Es läßt sich viel Gutes für die geistige Entwickelung des Judentums ans dieser Gemeinde Heralls hoffen. — Die von Herrn Professor Strarü angekündigte Wiederlegung der Artikelreihe des ,,0.<>orvnt<n'0 (attolico", welche beweisen sollte, daß die jüdischen Blutmorde, Ritualmorde seien, ist unter dein Titel „Der Blntaberglanbe in der Menschheit, Blutmorde, Blutritus" (München, E. H. Beck) erschienen. — — Der Verein für jüdische Geschichte lind Literatur in Kerlin hat am 26. Oktober seine Sitzungen eröffnet. Herr Gymnasiallehrer Tr. W. Schäfer sprach über Ernst Renan, Herr Prwaldoeeut Tr. Georg Huth über die Inden in Jlldiell. — Am 17. Oktober eröffnet der Verein für jüdische Geschichte nüd Litteratur in Köln seine Wochenversammlllngen. Herr Tr. Äpfel hielt einen Vortrag über: Jugendspiele und Belustigungen bei den alten Jlldeü. In demselben Vereine.hielt am 24. Oktober Herr Dr. G. Karpeles ans Berlin einen Bortrag über „der Anteil der Inden an der Weltknltur." — In Gnesen wurde am 19. September die neu hergerichtete Synagoge durch Herrn Rabbiner Dr. Jacobson eingeweiht- — In Frankfurt a. W. wurde das Gumperh'sche Siechnrhans titr Israeliten feierlich seiner Bestimmung übergeben. Herr Hermann Schott begrüßte die anwesenden Damen und Herren und Herr Charles Hallgarten hielt die Eröffnungsrede und hob hervor, daß die Anstalt bald, wenn nötig, 'erweitert werden könne, obgleich gegenwärtig noch lange nicht