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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-12-01 · Heft 12 (1.12.1892) · p. Seite 276

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 12 (1.12.1892)
Date
1892-12-01
Page
Seite 276 (sequence 14)
Language
German
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- 27t» id Kj ü in p f^) es gilt ja für jeden, ganz besonders über für die Glanbensgenosseii, denen das römische Wort: vivere mi Lucili i»i- (lefieit, mein Lneilins, heißt soldatisch kämpfen) von der Wiege bis ' Und Kj, jüdischen litare est zni» Grabe rnilrb gesungen. Ter Lebensgang des nnninchr Verewigten war wie der der meisten Gelehrten, denen die Sliidierstnbe ihre Welt ist, ein stiller und bescheidener,^) aber uni so segensreicher, wird doch das Walte» Gottes dein Fenergeiste des Propheten Eiliahn erst donn klar, nachdem er in der stillen, sanften Stinnne, die geräuschlos ini All thätig tst, die Gottheit erkennt. Von seinem Vater, wie dies die religiöse Pflicht eines jeden Israeliten ist/) erhielt er den ersten Unterricht irr der heiligen Schrift und in! der talmndischen Litteratnr, die nicht nur den Geist, sondern auch das Herz — denn der Heilige gelobt sei er, will das Herz, die Gesinnung, lautet ein talmudischer Ausspruch lSanhedrin sol. 104»)—berücksichtigt nnd ans dessen Veredlnisg den höchsten Wert legt. Und obwohl unseres Kämpf Vater selber talinudisch hochgebildet war, hielt er cs doch für geraten, seinen reichbegabten Sohn in die jüdisch theologische Hochschule des weit über die Gemarkung Deutschlands hinaus berühmlen Rabbiners Akiba Eger seligen Andenkens nach Posen zu schicken. Denn cs war ein Grundsatz unserer Vorfahren — und er zeugt von tiefem psyckwlogischen Blicke nnd methodisch-didaktischem Spürsinn, zum in i » d e st e n zwei Meister, zwei aiierkännte Lehrer zu hören und ihren Bortesungen mit Fleiß und Aufmerksamkeit zu folgen. Sie wollten dadurch nämlich der Einseitigkeit in geistiger Hinsicht Vorbeugen. R- Akiba Eger'O, diese hervorragende Autorität ans dem Gebiete des Talmud erkannte bald, daß unser S. I. Kämpf zu Hohem berufe» sei und so sah er es nicht ungern, daß sein Schüler auch in weltlichen Wissenschaften, — wenn das überhaupt von der Wissenschaft, die ja international und iiiterconfesionell sein muß, gelten kann — sich ausbildete. Nach Absolvirung der Gyinnasialstudien bezog Kämpf die Universität Halle an der Laale, die durch GeseniusH, den berühmten Verfaß ~) Wahusche Bene vi er der hebräischen Gramatik, der Chrestomathie und des Lexieons der hebräischen Sprache ein Anziehungs- und Sannnelpnnkt aller der orientalischen Wissenschaft sich widmenden Studenten wurde- Im Jahre 1844 wurde Kämpf an der Universität zu Halle a. S. zum Doetor der Philosophie promovirt. In dieser Universitätsstadt, die damals noch sehr wenige jüdische Familien hatte, hielt er an den Festtagen hünsige Ansprachen und Predigten seinen Glaubensgenossen, die seineis Namen bald bekannt machten und die nächste Veranlassung waren, daß der junge Dr. Kämpf im Jahre 1844 nach Mecklenburg-Strelitz — dem Geburtsorte von Daniel Sand e r s — als Rabbiner und Prediger berufen wurde. Doch sollte seihe Thütigkeit und sein Wirkungskreis bald einer der größten in inlich stammten dessen Ettern oder Großeltern aus der Stadt Kempen im Poseu'schen, und Kamps wäre eine Abkürzung dieses Stadlnamens. it, pui latuit, gut hat gelebt wer verborgen geblieben ist, der nicht nach außen durch eitlen Flitter glänzen wollte, ist auch ein bewährtes lateinisches Sprichwort. 4) ,,Und es sollen diese Worte, die ich dir heute befehle, in deinem Herzen sein und du sollst sie einschärfest deinen Kindern, wenn du zu Hause sitzest und wenn du aus dem Wege gehest, wenn du dich niederlegst und wenn du aufstehest." 5) Als Ze.clstn seiner Dankbarkeit gegen den gefeierten Meister veröffentlichte K. im Jahre 1838 die Biographie des Rabbi Akiba.Eger nebst einem Trauergedicht auf sein Hinscheiden in hebräischer Sprache, die er meisterhaft beherrschte. 6) Auch diesem uichtjüdlschen Gelehrten setzte er ein Denkmal in dem „Nccrolog meines Lehrers Gesenius" im Litteraturblatt des Orient, 1881 Seite 732 ff.

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