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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-12-01 · Heft 12 (1.12.1892) · p. Seite 273

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 12 (1.12.1892)
Date
1892-12-01
Page
Seite 273 (sequence 11)
Language
German
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273 Dich, o Freund, dem längst entgegen schlugen die Herzen. Bracht uns nahe dem Man», de» wir in der Seele verehret- Zeigt' uns Geist und Geniüte, strahlend im schönsten Vereine,' Ihnen gesellet ein Wesen, stets bescheiden und traulich Und mit magnetischer Kraft gewännest d» dir die Herzen, Wie der Gedanken Macht anzog die trefflichsten ©elfter. Auch ich gehörte zu denen, die Freunde zu nennen Du würdigtst, Welche hegten die Hoffnung, es wird das Land der Chatten Bleibende Heimat dir sein.— Doch anders wollt' cs das Schicksal. Scheiden seh ich dich, Freund, und schwer ist mir das Herz; Ob ich einst wieder dich sehe? Verhüllt ist in Dunkel die Ferne—. Doch es folgen die Wünsche des Herzens, das ewig dich liebet, Dir in den neuen Beruf, den dir eröffnet die Heimat. Mög' er das Glück dir bringen wie dein Herz es verdient! Mvg' er dir werden eilt Spielraum, Gutes und Schönes zu wirken! Leb wohl, mein Freund! Doch in dein Kreis der geliebten Deinen Bleib' eingedenk des Freundes. Frankfurt, den 11. Juli 1840. Dr. M- Heß. Die Kinlertassenschaft und die Mbtiothek Wenedict Spinozas. Herr ServaS van Boijcn, Archivbeamter im Haag hat jüngst bei Tcngcler daselbst ein Buch erscheinen lassen „Inventaire des livres formant la Bibliotheque de Benedict Spinoza“, das für jeden, der für den großen Philosophen empfindet, von größtem Interesse ist. Herr Nouvisson teilt in einem Aufsatze der „Revue de deux Mondes“ einige interessante Einzelheiten ans demselben mit, die in tveiteren Kreisen verbreitet zu werden verdienen. Nachdem am 25. Februar 1677 die sterblichen Reste des großen Mannes in einem Grabe untergebracht waren, das am 20. schon eine andere Leiche ausgenommen hatte, und in das am 25. selbst „och zwei Leichen niedergelegt wurden, entstand über den geringen Besitz des Toten ein häßlicher Streit. Seine Schwester Rebekka und deren Sohn Daniel setzten gegenüber dem uneigennützigen Hauswirt Spinozas, der lediglich für seine Auslagen und die Beerdigungskosten entschädigt sein wollte, eine zweimalige Inventaraufnahme durch. Diese Inventaraufnahme besitzen wir noch; sie gewährt einen rührenden und interessanten Einblick in das äußere und innere Leben des Philosophen. Rührend — denn wir erkennen, mit wie Wenigem der berühmte Denker z» leben verstanden hat, und wie unscheinbar die Umgebung war, in der sich seine die Welt in Staunen setzende Arbeit vollzogen hat. Von seiner Einrichtung berichtet das Schriftstück: „ein kleiner Tisch in Eichenholz, noch ein kleiner Tisch in Eichenholz mit drei Füßen; zwei kleine viereckige Tische in Tannenholz, jeder mit einem Auszuge; eine schwarze Truhe;

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