Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 12 (1.12.1892)
- Date
- 1892-12-01
- Page
- Seite 272 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Glaubens thut, und sei es noch so verächtlich — Niemand verfällt auf den wahnwitzigen Gedanken, es der christlichen Religion zur Last zn legen. Was aber ein Mensch jüdischen- Glaubens, oder auckst nur jüdischen Ursprungs verbricht, das wird als jüdisch, als typisch, als Folg«! dieses seines Glaubens oder Stammes bezeichnet, das! wird nicht an dem Einzelne», sondern an der Gesamtheit zum Kainzeichen gestempelt.! Der Grund dieser verschiedenartigen Be- und Verurteilung ist, ich wiederhole es, die Unkenntnis.! Kein Gebiet des öffentlichen, des staatlichen, des kirchlichen Lebens ist in unserer, an Druckwerken und sonstigen Bildungsmitteln so reich gesegneten Zeit so dunkel, so unaufgeklärt, so unbekannt geblieben, als das jüdische.! (Fortsetzung folgt.)? Gabriel' Wiesser Atbum. Im Besitze der in Frankfurt a. M., lebenden Witwe Raphael Riessers, Frau Paulinc Riesser, befindet sich neben vielen andern wertvollen Erinnerungszeichen an ihren Schwager Gabriel Riesser auch ein Album. Es wurde ihm, als er 1841 Bssckenheim bei Frankfurt a. M. verließ, um ein Notariat in seiner Vaterstadt Hanchurg zu übernehmen, von den Mitgliedern der Frankfurter Loge zur ausgehenden Morgenröte und anderen Freunden überreicht. In der Verehrung und Liebe, die sich in den Albumblättern für den wackeren Kämpfer für das Recht, der Juden kundgibt, atmet zugleich so viel Begeisterung für die Sache des Judentums, daß wir uns heute noch an ihnen. erfrischen könne». Wir sagen daher der verehrten Besitzerin des Albums für Überlassung der Blätter, die wir nach und nach Mr Veröffentlichung bringen werden, unfern verbindlichsten Dank. Die Redaktion.; . . I. Eingeweiht in die Lehre» der Jünger der richtenden Themis, Kehrtest Du heim in die Freistadt, würdig des hohen Berufes. Aber Schranken und Fesseln, entsprungen in finsteren Zeiten, Stellte entgegen dem Manne die Macht des herrschenden Glaubens. Da erscholl herüber die Kunde vom Ufer der fernen Seine, Kündend den Sieg des Rechtes, errungen über die Willkür. Da erhobst du dich kühn, beginnend den Kampf, den gerechten, Für die Bekenner Jehövahs, zerstreut unter die Völker, Schwangest-die Waffe des Wortes, schleudertest Blitze des Geistes, Gegen den Wahn, den verjährten, genährt vom Haß und der Selbstsucht. Eindrang in die Herzen dein Wort, erleuchtend verblendete Geister, Weckte den Mut, den verzagten, weckt' > erloschene Hoffnungen.— Doch es schritt rückwärts die Zeit, in ihrem Fluge gehemmt. Und der Erreigistsse Strömung führt' in unsere Gauen