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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-11-01 · Heft 11 (1.11.1892) · p. Seite 262

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 11 (1.11.1892)
Date
1892-11-01
Page
Seite 262 (sequence 22)
Language
German
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262 Italienischen Rabbiner Herr Tobia Foa im 80 Lebensjahre. Er hinterlässt dreizehn Söhne. — Sr. Majestät der König Humbert hat dem gefeierten Gelehrten Professor Dr. Elias Lattes in Mailand zum Commandenr des San Maurizio ie Lazaro Ordens ernannt. — In St. Petersburg starb am 16. September dk!r hervorragendste nenhebräische Dichter der Gegenwart, Herr M. Leon Gordon Er wurde in Wilna 18Z8 geboren. Sein Name reiht sich den großen classischen Dichtern Gabirol und Jehudah HaLevi an und verdienen seine Dichtungen durch. Uebersetzungen weiten Kreisen zugänglich gemacht zu werden. Sein Andenken bleibe eine gesegnetes. Bei seinem Leichenbegängnisse hielten Reden die Herren I. Sirkiü, S. Luri'a, I. Goldberg, Leon Rabbinowitsch. Tager und Frng, in deutscher, russischer und hebräischer Sprache. — Den russischen Juden steht, wie der Berichterstatter des „Daily Chronicle" aus Odessa meldet, eine neue kleinliche Chikane bevor. Die jüdischen Eltern müssen ihren Kindern hebräische Namen geben- — In Indagzejo ist der reiche jüdische Gutspächter Rafael Goldman in der Nacht von einer aus circa zwanzig Personen bestehenden Räuberbande überfallen und sainnit seiner Familie und Dienerschaft im Ganzen 11 Personen, grausam ermordet und beraubt worden. — Herr Hochmann, Professor der Mathematik an der Universität in Gdessa, hielt in der mathematisch-physikalischen Gesellschaft einen Vortrag über „die Mathematik und Physik im Talmud". Der Redner beschränkte sich nicht allein ans den Talmud, sondern führte auch noch den Sohar, Maimonides und die gesummte rabbinische Litteratur an. — — In Sache der Judenverfolgung in Rußland wird ein Rückzug eröffnet. Man fängt an bei den Inden gute Eigenschaften zu entdecken und spricht sich gegen deren Auswanderung ans. So schreibt ein Blatt, dessen Herausgeber der Fürst Galihin ist, ein sonst eifriger Judenfeind, die Auswanderung der Inden ans Rußland könne für die Regierung nicht wünschenswert sein, weil sie unbestreitbar dem Staate und der Bevölkerung nützlich seien. — Aus Kokhara wird geschrieben, daß die Eröffnung der transcasvischen Eisenbahn zum Segen für die Juden geworden ist. Durch ihre Geschäftsverbindungen mit russischen Kauflente», welche das Land besuchen, hat sich ihre materielle Lage wesentlich gebessert. — Eine nicht unbedeutende Eigentümlichkeit der Inden ist in der gegenwärtigen Zeit in sehr frappanter Weise zu Tage getreten, es ist dies die größere Immunität der Juden gegen die Cholera.. Während in den Städten, wo die Epidemie wütet, Hunderte täglich an der Cholera erkrankten, ist es an vielen Orten vorgckomincn, daß von der stcllcinvcise ziemlich dicht wohnenden jüdischen Bevölkerung Rnßland's kein einziger erkrankt war. — In einer Synagoge in Urw-Nork in welcher gegen 1000 Personen, meist Frauen, das jüdische Neujahr begingen, entstand durch Fcuerlärm ein panischer Schrecken. Bei dem Gedränge an der Treppe wurden vier Frauen getödtet und 12 schwer verletzt. — Madame Amalin K. u. Lazarus, Witwe des verstorbenen, berühmten jüdischen Malers Jacob H. Lazarus in itriu4)orh hat dem hauptstädischen Museum der Künste daselbst eine Summe von 24.000 Dollars (100.000 Mark) gestiftet; die Zinsen dieses Capitals sollen alljährlich den besten Zöglingen der Schule der schönen Künste ohne Unterschied von Religion, Nation oder Staatsangehörigkeit zuteil werden. — Abermals ist in Damaskus der ruchlose Versuch gemacht worden, das Blutmärchen aufzufrischen. Mehrere elende Gesellen, die unbekannt geblieben sind, brachten am frühen Morgen einen Christenknaben in das Haus des Herrn Aktie, eines der Notabel»! der dortigen jüdischen Gemeinde. Die Hausbewohner lagen noch in tiefem Schlafe, als die Schurken die Gelegenheit benutzten, durch eine offenstehende Thür, die s •vi

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