Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1892)
- Date
- 1892-11-01
- Page
- Seite 263 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
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263 ein nachlässiger Diener offen gelassen hatte, ihren teuflichen Plan auszuführen. Sobald sie das Kind in den Hausflur geschoben hätten, verschlossen sie die Thür und verschwanden. — Der Rabbiner Stora in Sana (Algerien) erfuhr iu Folge seiner von der Kanzel geäußerten Lehrineinungen eine Maßregelung seitens des französischen Kultnsministerinms. — In der Universität von Kioto in Japan ist die hebräische Sprache als Lehrgegenstand aufgeuoinmen worden. Es befinden sich 38 Studenten in der hebräischen Abteilung. Meferate und Mitteilungen. Patriotische Analecten von Dr. August Engelbrecht. 113 Seiten gr. 8°. Sepcrat-Abdruck aus dem Jahresbericht des Gymnasiums der K. K. Theresianischen Akademie in Wien für das Schuljahr 1892. Der Verfasser der Analecten ist durch die Herausgabe der Homilien des Faustus und Ruricius, die im I. 1891 als XXI Band des Corpus scriptorum eclesiasticorum latinorum erschienen, den Fachgenossen bekannt und bietet derselbe in seiner jüngsten Arbeit Ergänzungen und Berichtigungen zu seiner Ausgabe, woraus wir ersehen, wie gewissenhaft es der Autor mit seiner Aufgabe nimmt. Wir können jedoch nicht umhin, es hier nochmals hervorzuheben, daß die genaue Kenntnis der Bibel hiezu unbedingt nötig ist; so lesen wir z. B. auf Seite 13, Anm. 1 twas auf S. 149 der Ausgabe der Homilien sich bezieht) non recedat über legis de manu tua „es weiche das Buch des Gesetzes nicht von deiner Hand" wo doch an die Stelle im Buche Josua hätte erinnert werden müssen: Es iveiche das Buch der Thora(Gesetzes) nicht von deinem Munde (Josua Cap. 1 Vers 8,) durch diese Analogie erklärt es sich, wie so marinus (überseeisch) von den Kirchenvätern für jenseits gebracht wird; denn im 5. Buche Mosis, Cap. 30 Vers 12 und 13 lesen wir: Nicht im Himmel' ist es (das Gesetz)... Vers 13 und nicht jenseits des Meeres ist es, daß man sagen könnte: Wer ging für uns jenseits des Meeres, nehme es für uns und ließ es uns hören, daß wir es ausüben a linea. Daß diese Bibelkenntnis sogar die berechtigte Textkritik zu beeinflussen vermag, ersehen wir aus Seite 88 (Seite 80, 5 der Ausgabe,) daß nicht sed, sondern Seth als Eigennamen geschrieben werden müsse, wenn wir Oenesis Cap. 4 Vers 25 vergleichen, wo ausdrücklich zu lesen ist: Eva nannte ihn Selb, denn Gott hat eine andere Nachkonimenschast statt Abel, den Kain erschlagen hat, gegeben. Doch wollen wir dankbar das Gebotene anerkennen und gleichzeitig mitteilen, daß Dr. Engelbrecht eine besondere Schrift über Eitel und Titulaturen bei den Kirchenvätern herauszugeben verspricht. Hier in den „Analecten" erhalten wir eine Probe dieser wertvollen Arbeit, indem die Titel und Titulaturen in den Briefen des Ruricius und seiner Genossen behandelt werden. Und auch da gewahren wir die Wahrheit des Ausspruches tout eomprendre c’est tout pardonner (alles verstehen heißt alles verzeihen). Denn die jüdischen Titulaturen Gaon (Excellenz) und ähnliche werden uns nicht befremden, wenn wir die Ansprachen sublimitas, culmen und andere ähnliche damit vergleichen. — Jahresbericht des K. K. ersten Staats-Gymnasium in Graz für das Schuljahr 1892. Voran geht die Ehronilr des Johannes Sikeliota der Wiener Hofbibliothek. Bon Prof. A. Heinrich, 15 Seiten gr. 8". Die Arbeit bietet eine t