Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1892)
- Date
- 1892-11-01
- Page
- Seite 261 (sequence 21)
- Language
- German
- Belongs to
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261 Ernestine L. Kose, geb. 1810 als Tochter eines Rabbiners in Polen- Tie war eine hervorragende Förderin der Frauenemancipation. — Am 20. August starb in Sonthsea der weitbekannte Sachverständige und Sammler von Kunstgegenständen Frlir Joseph, im Alter von 52 Jahren. Viele Sammlungen und Museen hat er beschenkt; besonders hat sich die Kunst-Sammlung zu Derby seiner Gunst zu erfreuen, der er seine berühmte, ungefähr 600 Gegenstände umfassende Sammlung noch zu seinen Lebzeiten überließ. Auch das Nottingham-Castle-Museum- und die Kunst-Gallcrie verdankt seiner Freigebigkeit mehr als 1000 sehr wertvolle Zeichnungen und Skizzen. — Im Verlage von Davit Dutt in London erscheint demnächst in der Serie englischer Geschichtswerke von zeitgenössischen Schriftstellern ein Buch unter dem Titel; „Die Juden im mittelalterlichen England" von Herrn Joseph Jakobs, in welchem derselbe hauptsächlich aus noch ungedruckten Quellen alle wichtigeren Urkunden zusammengetragen hat, welche über die bürgerliche Stellung der Juden Englands während des XII. Jahrhunderts Auskunft geben. — Aus London berichtet man: Herr Alerander Ascher ist zum General-Anwalt (^olkitor general) für Schottland im Ministerium Gladstone ernannt worden. — Die königliche Akademie der Wissenschaften Krlgiens hat die Preisaufgaben für die ihr zrir Verfügung stehenden Sonderpreise bekannt gegeben. Darunter verdient folgende Aufgabe Erwähnung: 2750 Francs für die beste Lösung der Frage: „Eine kritische Studie über die öffentlichen und privaten Beziehungen, welche zwischen den Römern und Juden bis zur Einnahme Jerusalems durch Titus bestanden haben." — Ein Feuilleton der „Neuen Freien Presse" aus Biaritz teilt eine Aeußerung des Königs Gsrar von Schweden über die Antisemiten Oesterreichs mit. „Ich glaube," so sagte der König in einem Gespräche über die österreichischen Parteiverhältnisse, „die Antisemiten haben gar keine politischen, sondern vorwiegend sozialistische Bestrebungen. Sie teilen eigentlich die Welt in zwei Lager: die Semiten — das sind die, welche durch Fleiß und Schicksalsgunst Vermögen erwarben, und die Antisemiten — das sind ihre Gegner, die nichts haben und die das besitzen möchten, was die Anderen gewonnen haben." — In Gldenzoal, in den Niederlanden, nahm jüngst die Bevölkerung eine drohende Haltung gegen die daselbst wohnenden Israeliten an, zu Thätlichkeiten ist es aber noch nicht gekommen, da die Gendarmerie mit Eifer die Ruhe bis jetzt aufrecht erhalten konnte. — Die „Tribuna" bringt einen Bericht aus der Feder der Comtesse Larn über die Statue des Christoph Columbus, welche der bekannte Bildhauer Moses Jakob E;ekiel für Chicago ausgeführt hat. Die Statue ist gegen zehn Fuß hoch und stellt den Entdecker Amerika's in dem Momente dar, wo derselbe beim Morgengrauen die Küste der Neuen Welt erblickt. Eine große Zahl von hervorragenden Künstlern, Cardinäle und Damen der Gesellschaft besuchten das Atelier des Künstlers und beglückwünschten ihn zu dev Vollendung feines Meisterwerkes. — Herr Privatdocenl Dr. Edm. Kesser in Leipzig ist zum Professor und Direktor der Klinik für Hautkrankheiten an der Universität in Hern ernannt worden. — Von dem bekannten jüdischen Gelehrten Herr Professor Fredrriro Eonsole in Floren;, ist ein Werk über die Musik der alten Israeliten erschiene», zu dem Professor Castelli eine Studie über die jüdischen Musiknoten „Neginoth“ geschrieben hat. — Der jüdische Künstler Jona Kuben in Kiooruo hat auf der Schale eines Straußeneies mit einem eisernen Griffel die Wappen von hundert italienischen Städten, dann das Wappen des Hauses Savoyen und den Stern von Italien eingravirt und dieses Ei dem Italienischen Königspaare zum Geschenke gemacht. — In Fioren;uola starb der Nestor der