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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-11-01 · Heft 11 (1.11.1892) · p. Seite 259

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 11 (1.11.1892)
Date
1892-11-01
Page
Seite 259 (sequence 19)
Language
German
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259 Teil wurde. — Herr Oberrabbiner Alrrandro da Fano in Korfu hat sein Amt als Rabbiner von Mailand angetreten. — Bezeichnend ist es, daß der jüdische Schriftsteller Kironymus Lorm (Heinrich Landesmann) jüngst in Amerika' darum „aiuentlich gefeiert wurde, weil seine Schriften zur Erhaltung des Deutschtums jenseits des Ozeans am wirksamsten beigetragen haben. — An der Spitze des 31. Jahresberichtes der 1. Deutsche Staats-Realschule in Prag befindet sich ein Aufsatz des Herrn Rabbiners W. Stark. Die Schriftgelehrten, Autoren und Helden des Talmud, wie auch spätere Schriftgelehrte werden in dieser zeitgemäßen Abhandlung mit vielem Geschicke behandelt. — Die Redaktionsleitung der „Allgemeinen Jüdischen Zeitung" in Kudapest ist auf den bekannten Journalisten imd bisherigen Hilfsredakteur. Herrn Leopold Großbergübergegangen. — Anlässlich des Todes des Feldzeugmeisters Baron Rosenzweig in Wien brachte das „Deutsche Bolksblatt" eine spaltenlange Notiz, in welcher die Feldherrntalente, die Bravour und die Tapferkeit dieses Generals besonders herausgestrichen erschienen. Feldzeugmeister Baron Rosenzweig ist aber von Geburt Jude, was dem antiseinitischen Organe gewiß nicht bekannt gewesen ist. — Vom Herrn Lehrer Markus Löwiz in Prrßburg ist eine Karte von Palästina erschienen und eine Beschreibung des heiligen Landes, welche Herr Oberrabbiner K. Schreiber als treffliche Lehrmittel für die israelitischen Schulen bestens empfiehlt. — In Aapio-Szelr, hat Herr Rabbiner Lichtenkein, bekannt durch seine Schriften im Dienste der Mission, sein Amt niedergelegt. — An der Universität in Lemberg waren im Sommersemester des Jahres 1892 unter den 1193 Jnscribirten 217 Juden. — Das mährische Oberlandcsgericht hat den Rechtsprackicanten, Herrn Kerthold Schwarz, zum k. k. Auscultanten ernannt. Seit länger als einem Decennium ist dies der erste Fall, daß ein Jude wieder in den Richterstand ausgenommen erscheint. — Am Namenstage des Kaisers, den 4. Oktober, wurde im Wiener Hofoperntheater Ignatz Driill's neue Oper „Gringoir" zum ersten Male in Scene gesetzt. Brüll hat neuerlich eine dreiactige Oper „Schach dem König", Libretto, von Pirtor Leon, vollendet. — Im Uieder-Gesterreichifchen Landtage kam es zu Skandalscenen indem der Antisemit Schneider sagte „die jüdischen Aerzte schicken die christliche Bevölkerung in die Choleraspitäler, damit dort recht viele sterben " Der Rector der Wiener Universität, Herr Ludwig, sagte hierauf „Wir haben hier keine asiatischen Zustände" — Die „Neue Freie Presse" nennt den Prager Kanonicns Herr Prof. Rohling einen Lügner, weil derselbe bestritt, einen Brief geschrieben zu haben, in welchem er den Xantener Prozeß eine Juden-Cvmödie und die dortigen Geschworenen als superlative Esel bezeichnet habe. Das genannte Blatt erklärt, den Originalbrief, adressirt an den Herrn Hummelsheim, Zeitungs- Cvrrespondent, Kreuzgasse 10 in Köln, zu besitzen. — Der russische Botschafter Laron von Wohrenhrim in Paris verweigerte die Annahme eines durch die Subskription von Drumonts „La libre Parole" aufgebrachten Betrages von dreißiglansend Francs für die Opfer der Hungersnot in Rußland. Als Grund der ablehnenden Haltung Mohrenheims, welche auf einen direkten Befehl des Zaren znrückgeführt wird, wird eine Reihe von Taktlosigkeiten genannt, welche sich die antiseinitische» Spender erlaubt haben. Die ganze Sammlung hatte einen Radau-Charakter. Die Anhänger Drumonts spendeten 10 Centimes und begleiteten diesen „Akt der Wohlthätigkeit" mit Bemerkungen, wie z. B.: „Es lebe Moros und der Zar! Nieder mit de» Juden!" „Dem Zaren, welcher versteht, die Juden zur Thür hinauszuwerfen!" — In der französischen Armee giebt cs gegenwärtig 500 jüdische Offiziere. Darunter einige in hervorragender Stellung. 22*

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