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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-11-01 · Heft 11 (1.11.1892) · p. Seite 258

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 11 (1.11.1892)
Date
1892-11-01
Page
Seite 258 (sequence 18)
Language
German
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Christentum übergetreten ist und sich seitdem als Schwindler bemerkbar gemccht hat, ist in Kerlin verhaftet undj ansgewiesen worden. — Unter dem Titel „Deutsche Gstivacht" erscheint vom 1. Oktober an in Kreslau ein neues antisemitisches Blatt. — Der „Grenzbote" dem einst Kuranda seine besten Kräfte geweiht, enthält einen Aufsatz „die Judenfragc, eine ethische Frage" von Heer» Leopold Caro einem jüdischen Advocatcn der als Unparteiischer zwischen die streitenden Parteien treten will. Dieser Aufsatz, der bei Gebildeten sich drrch sich selbst richtet, gehört mit zu den unerhörtesten Angriffen auf das Judentuni. Eine Widerlegung dieser Ausfälle ist überflüssig, da Herr Dr. Caro, gegenwärtig noch Jude, durch seine Vergangenheit in Lemberg, wo er sich gesellschaftlich unmöglich gemacht hat, am wenigsten geeignet ist Fragen „ethisch" zu behandle». — In Sulpuatt fand man in einem Stalle das über 80 Jahre alte Ehepaar Dreyfuß, mit Stroh und Futter bedeckt, ermordebauf. Juden erhielten Drohbriefe, imf; es ihnen ähnlich ergehen werde. — Synagogen wurden eingeweiht: In Glogau durch Herrn Rabbiner Dr. Kippner, in Wraßburg durch Herrn Rabbiner Dr- Huttenwieker, in Großgerau durch die Herren Rabbiner Dr. Seiner aus Darmstadt und Dr. Sal'eld aus Mainz, in Zrnsheim durch Herrn Rabbiner Dr. Warr aus Darmstadt, in Schil'crftadt durch Herrn Rabbiner Dr. Salveni aus Dürkheim, in Hirschberg durch Herrn Rabbiner! Dr. Mayer aus Zweibrücken, in Schocken durch Herrn Rabbiner Kosenthal aus Nogasen, in Graz durch die Herren Oberabbiner Dr. Güdemann ans Wien und Rabbiner Dr. Mühsam aus Graz, .in Gswiecin durch Herrn O ier rabbiner i Schnur, in Nimburg a. E. durch die Herren Rabbiner Dr. K. Kvhn aus Könjggrätz und I. Goldstein aus Nimburg, in Prag, am Petersplatze, durch Herrn Oberrabbiner Dr. Ghrenfrld, in Galgocz durch Herrn Oberrabbiner Iosrf Kosenfcld, in Kasel durch Herrn Rabbiner Dr. Gohn und in London die neue Hauptstadt-Synagoge durch Herrn Oberrabiner Dr. Adler. — In Szrgrdin wird demnächst eine Ungarische Bibelübersetzung erscheinen, die Hauptmitarbeiter an derselben sind die Herren Rabbiner Dr. Löw, Dr. Kerles und Dr. Herzog.. — In Gör? hat Herr Giaromo Kolaffio sein Amt als Oicrrabbiner dasselbst angetrctcii. —■ In Preßbnrg starb der Rabbinats-Assessor Herr Israel Gbrrbrrit im Älter von 88 Jahren. — In Kolomea starb am 15. Septeinber H^rr Z. W. Seidmann im Alter von 66. Jahren. Er ist durch seine neuhebräishen Gedichte, welche in der Zeitschrift „Kochbe Jizchak" von, Stern in Wien erschienen, in weiteren Kreisen bekannt geworden. — Die neugegründete israelitische Culnisgemeinde Waidhofen hat zur Erbauung eines Friedhofes einen Bauplatz erworben und fand am 17. September 1892 durch die k. k. pölitische Behörde daselbst die diesbezügliche Commission statt, welche hierauf die Bewilligung hiezu erteilte. — Der in Görz verstorbene Gutsbesitzer Herr Dr. Levi, einer der bedeutendsten Weinprodncenten Oesterreichs, welcher vor Jahren seine einzige Tochter an der Diphteritis verloren, hat, wies man berichtet, testamentarisch ein Legat von 30,000 fl. für denjenigen Arzt jansgesetzt, ivelcher ein Heilmittel, oder eine Behandlnngstveise zur erfolgreichen Bekämpfung der Diphteritis entdeckt. — Man schreibt uns: Am 27. August hielt Herr Rabbiner Dr. A.jömy auf Einladung des Rabbinates und.Vorstandes seiger Heimatsgemeinde Neu-Bydschow daselbst eine Gastpredigt. Er knüpfte an das Thema seiner dort vor 18 Jahren gehaltlnien Abschiedsrede, bevor er das Rabbinat in Butschowitz antrat, an und Versand das Anditorium zu begeistern. Am darauffolgenden Tage hielt derselbe von einem zahlreichen Publicum einen wissenschaftlichen Vortrag über R. Jochonan beu Sackai, wofür ihm der öffentliche Dank vom Rabbinate und Vorstande zu

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