Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1892)
- Date
- 1892-11-01
- Page
- Seite 256 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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256 euere )cit nb der welche,» ri -bie gegenwärtigen Ze tströmungen und die Schule behandelte. Ein interessanter neuer Versuch in d^r Waisenerziehung wird in Hannover demnächst ins Leben! trete». Herr Konsul A. M. Simon läßt ein Haus errichten, das zum Asyl für 40 Waisen bestimmt iftj und hat ein Grundstück von 48 Morgen Fläche für dieses neue Waisenhaus! bestimmt. Die Knaben, die hier Aufnahme finden , werden, solle» außer dem Schulunterricht, je nach ihrer individuellen Anlage, für de» Garten- und Ackerbau! Anleitung erhalten, und wenn sie die Schrle verlasse», vollständig in diesen Fächern ansgebildet werden. Es wird dadurch eine Anzahl von Kindern auf diese Erwerbszweige, die bisher von Juden we ng benützt werden, übergeleitet und andererseits die Möglichkeit gegeben, durch die Erträgnis^ des Garten- und Landbaues die Kosten für das Waisenhaus gerin;er zu stellen.! Schon jetzt beträgt der Zuschuß für jedes »Kind nur 400 Merk, während die bisherige Waisenpflege unverhältnismäßig teurer ist. Herr Konsul Simon hat sich an einige größere Gemeinden, auch an die Berliner, um Uelerlassung von Waisenknaben mit einem Zuschuß von 400 Mark pro Kopf gewendet, und läßt sich annehmen, daß diesxm Gesuch schon mit Rücksicht auf die billige Pension entsprochen werden wird. Das neue Unternehmen eröffnet eine erst liche Perspektive nach zwei Seiteis hin, einmal wird der Ackerbau eine wei Verbreitung unter uns finden, und zweitens werden die Gemeinden durch geringen Zuschuß, den sie für jedes Kind zu leisten hätten, in den Sb gesetzt, ohne Aufwendung neuer Mittel ihre Waisenpflege auf viel mehr Ki» als bisher! auszudehnen. — In Schrimm wurde Herr Dr. Kambergrr, bisher! in Schwersenz zum Rabbiner gewählt. — In Hannover wurde die Wiederkehr des fünfzigsten Jahrestages, an welchen in der dortigen Synagoge der Chorgesrug eingeführt wurde, gefeiert. Her? Landrabbiner Dr. Gronemann schilderte in e uer Rede ans diesem Anlasse Israel hls Volk des Glaubens und Gesanges. Herr Dr. Kroner verfaßte einen geschichtlichenRnckblick anf dieThätigkeit des Shnagogen-Chores — Herr Ludwig Frankel, bisher an Brockhaus'Konservationslexicon Redactic nsmitglied für neuere Litteratnr und Germanistik und Dozent an der staatlichen Post- und Eisenbahnschule zu Leipzig, folgte am 1. Oktober einem Rufe als D rektorialassistent am Germanischen Nationalinuseum in Nürnberg. — In Sanücr oer Landwirtschafts-Schule ein Jugend-Gottes Seelenzahl der jüdischen Bevölkerung in Preuße» . und Westpreußens Posen nnd Schlesien eine eit, während in den anderen zehn Provinze» eine Durchschnitts-Zunahme von'16 Prozent zu verzeichnen ist. Es ist also mehr eine Verschiebung der jüdischen Bevölkerung zu bemerken. Der im Allgeme in-» seit 10 Jahren geringer werdende Prozentsatz hängt auch mit den seit 1 S8ü erfolgten Ausweisungen und vielfachen Auswanderungen nach Amerika zusammen. — In Hochburg hat eine wohlthatige 79 jährige Dame, Fräulein Hmalir Falk, der dortigen israelitische» Präparat,denschule ein Kapital von 75,000 Mark vermacht. —■ Herr Bezirksrabbiner Dr. -Mayer in Zweibrüken hat vor den Fisten einen Bußbrief an alle ihm unterstehenden Gemeinden versandt mit der Ueberschrift. „Etwas über einen guten Namen." — Jüngst wurde in Kerlin das fünfzigjährige Doctorjubiläum .des Herrn Sanitätsrates Dr. Salomo« Ueunann gefeiert, der sich um die Einrichtungen der öffentlichen Gesundheitspflege und um die städtischen Einrichtungen auf dem Gebiete der Statistik allgemein anerkannte Verdienste erworben. — Entgegen den Verunglimpfungen, welche das ,alte Testament" unausgesetzt von S:iten des waschechten Antisemitismus erfährt, ist für die israelitischen Schüler dienst eingerichtet worden. — Die hat in d'ün Grenzprovinzen Ost- Abnahme! von 17 Prozent ersah»