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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-11-01 · Heft 11 (1.11.1892) · p. Seite 255

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 11 (1.11.1892)
Date
1892-11-01
Page
Seite 255 (sequence 15)
Language
German
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255 auch wurden mehrere kunstvoll ausgestattete Adressen überreicht. Die Festrede hielt Herr Rabbiner Dr. Salfeld aus Mainz. — Am 18. September waren es fünfundzwanzig Jahre, seitdem Herr Rabbiner Dr. Frank in Göln sein erstes Rabbinat in Saaz antrat. Die Gemeinde und Vereine ließen den Zeitpunkt nicht vorübergehe», ohne ihrem Rabbiner Zeichen der Liebe und Verehrung zu geben» obwohl der Jubilar dieses Tages il» Stillen gedenken wollte. — In Emden starb am 26. September Herr Landrabbiner Dr: Duchhoff, früher Rabbiner in Märk-Friedland und Stargard. Von seinen vielen Aufsätzen heben wir sein Werk: die Familie in rechtlicher und moralischer Beziehung »ach mosaisch talmudischer Lehre hervor. — Zum Dekan der philosophischen Fakultät in Kreslau ist für dieses Jahr der bekannte polnische Historiker Herr Professor Dr. IaKob Taro, gewählt worden. — Der Deutsch * Israelitische Grmeindebund hat die Bibliothek des verstorbenen Kriminalisten Avv Laltemand, soweit sie Judaica enthielt, käuflich erworben. — Der Minister des Innern hat dem Vorstande der israelitischen Gemeinde in Altona auf dessen zweite Eingabe mitgeteilt, daß er die Wahl des Herr Dr. Rosenfeld aus Oroshaza, zum Öberrabbiner, weil derselbe Ausländer ist, nicht bestätige. — In Elsen wird demnächst ein Verein für jüdische Geschichte und Literatur ins Leben treten. — Am 28. August fand auf dem jüdischen Friedhofe in Zreslau die feierliche Enthüllung des Denkmals für Prof Dr. H. Graeh s. A. statt. Die Herren Rabbiner Dr. Rosenthal und Dr. Gutmann hielten Gedenkrede». — Herr Geheimer Hofrat Albert v. Kanlla in Stuttgart ist zum Königlichen Großbritanuischen Konsul ernannt worden. — In Wiesbaden beschloß Herr Dr. Grün am 3. September seine angekündigten religwns-philosophischen Vorträge vor einem sehr zahlreichen, zumeist aus Nichtisraeliten bestehenden Auditorium, das seinen Ausführungen nach der Schluß- Apostrophe zur Bildung eines Friedensbundes lebhaften Beifall zollte. Redner zog das Facit seiner Vorträge in folgende Punkten zusammen: Reform des Gottesdienstes durch Eliminirung der auf Rückkehr nach Palästina und Wiedereinführung des Opfercultus Bezug habenden Gebete. Ferner: Einführung einer Sonntagsandacht mit Predigt. Gesang, Gebete in der Synagoge zur Zeit des allgemeinen Kirchenbesuches, für diejenigen, die am Sonnabend behindert sind, das Gotteshaus zu besuchen; durch das Gesetz der Sonntagsruhe würde diese Einrichtung sich ermöglichen lassen und segensreich wirken. Dies gelte besonders für größere Städte. — Ein weiterer Antrag bezweckt die Gründung eines iiiterconfessionellen Friedensbundes, welcher die Differenzen der verschiedenen Bekenntnisse auf gütlichem Wege ebnen und eine freundschaftliche, sich gegenseitig fördernde Annährnng herbeiführen solle, und habe bereits zur Realisirung dieser schönen Idee Gutsbesitzer Gerbel in der Schweiz sich bereit erklärt, einen Bau für Conferenzeii und ähnliche Versammlungen zu widmen. — In Lüneburg wurde am 1. September in Gegenwart der Spitzen der Behörden in feierlicher Weise der Grundstein zu einer Synagoge gelegt. Herr Lehrer Philipp und Herr Landrabbiner Gronemann hielten Reden. Herr Oberbürgermeister Geh. Regierungsrath Lauenftein, der auch eine Ansprache an die Versammlung richtete, sagte am Schlüße: Ich niöchte unter Hinweisung auf die Worte des Herrn Landrabbiners de» Wunsch anssprechen, daß der Friede zwischen den verschiedenen Confessionen und Religionsgesellschaften, dessen wir »ns bisher erfreut haben, unserer Stadt immerdar erhalten bleibe» möge! -!- Bei der in Stuttgart stattgefundenen Versammlung der israelitischen Lehrer Württembergs hielt Herr Stern Mitglied des Vereinsvorstandes einen höchst interessanten Vortrag über Jes. 21, 11. 12, in

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