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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-11-01 · Heft 11 (1.11.1892) · p. Seite 253

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 11 (1.11.1892)
Date
1892-11-01
Page
Seite 253 (sequence 13)
Language
German
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253 werde» auch die Gesetze Heller aufstrahlen und die andern alle verdunkeln wie die anfsteigende Sonne die Sterne."*) Ferner: „Das ist unstreitig bewunderungswürdiger, daß außer den Juden auch fast alle Freniden besonders diejenigen denen die Tugend am Herzen liegt, sie billigen und in hohen Ehren halten. Sie erlangen dadurch eine außerordentliche Anerkennung, wie sie feinem andern Gesetzgeber zu Teil wird. Denn weder in Griechenland, noch im Auslande giebt es, ich möchte sagen, einen einzigen Staat, der die Gesetze eines andern ehrt.... Vom Aufgang bis zuni Niedergang hat fast jedes Land Abneigung vor fremden Gesetzen. Nur unser Gesetz erkennen sie Alle an. Alle Menschen unterwirft er sich und ermahnt sie zur Tugend, Barbaren, Hellenen, Festlands- und Inselbewohner, die Nationen des Ostens so gut wie die des Westens, Europäer, Asiaten, alle Völker der ganzen Erde."*) Wir entnehmen diesen Stellen die große Ausbreitung und Anerkennung des jüdischen Gottesbekenntnisses mit seinen Lehren und Gesetze» unter den Völkern. Aber das Sckirifttum des jüdischen Hellenismus allein war es nicht, das dem Judentume zu dieser geistigen Eroberung verholfen, das den Sieg seines Gottesglaubens erfochten und die heidnischen Göttertenipel verödet hat; es war der oben angegebene zweite Faktor, das jüdische Volk in und außerhalb Palästinas in allen Ländern und Städten seiner Zerstreuung — mit seinen Lehrern und Führern, seinen Synagogen und anderen religiösen Institutionen, das tüchtig mitgearbeitet Das jüdische Volk mit seinem ihm eigenen Zug nach dem Idealen, und seinem in der Religion aufgehende» Lebe», mit seinen Tugenden der Mäßigkeit, Enthaltsanrkeit, der Keuschheit in der Familie, der strengen Zucht im Hause, mit dem sich imnier wiederholenden Märtyrertum in den Religionsverfolgungsjahren unter Trajan und Hadrian, war der lebendige Zeuge der Wahrhaftigkeit seines Gottesglaubens, seines bildenden und veredelnden Einflusses auf den Menschen, der so mächtig auf die nichtjüdischen Kreise gewirkt und sie für das Judentum gewonnen hat. So konnte Josephus in seiner Schrift gegen Apion sagen: „Jene, die Alles nach dem Gesetze thun, erwarte» nicht Silber und Gold als Lohn, nicht Oel- und Epheukronen, sondern es trägt Jeder das Zeugnis des Bewußtseins in feiner Brust, daß Jene, die das Gesetz hüten und für dasselbe sterben, wieder bei Gott erstehen und eines besseren Lebens teilhaftig werden. "3) (Fortsetzung folgt.) Monatsschau. Bei dem Empfange der österreichischen Delegirten in der Ofuer Königsburg, hat Kaiser Fron; Josef Anlaß genommen, das ruchlose Treiben der Antisemiten im niederösterreichischcir Landtage zu brandmarken. Zu dem Delegirten Franz Richter, sagte der Monarch, daß die Ansschreitungen, rvie sie in letzter Zeit im niederösterreichischen Landtag wiederholt vorgekommen seien, eine erfolgreiche *) Philo vita Mosis p. 107. M. *) Philo, vita Mosis p. 137. M. 8 Joseph Antt. 16. 6. 8. 9.

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