Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1892)
- Date
- 1892-11-01
- Page
- Seite 252 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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252 „Seitdem über die Grieche» geherrscht übermütige Herrscher, „Welche zuerst das Base gelehrt die sterblichen Menschen. „Die! viel Götzenbilder gemacht, für die, welche todt sind, „Weäen welcher matt auch unterwies auf Eitles zu sinnen. „Aber wen» über euch kömmt der Zorn des mächtigen Gottes, „Daun werdet ihr des großen Gottes Antlitz erkennen. „Aber die Seelen der Menschen zumal werden seufzen gewaltig, „Und zum Himmel empor, bctu großen die Hände erheben," „Und man beginnt einen Helfer! zu nennen den allmächtigen König „Und des gewaltigen Zorns Abwehr, wer sie sei, zu erfragen."l) Ferner: „Auf und fallet allesammt auf die Erde und lasset uns anflehen „Den unsterblichen König, Gott, den Großen und Höchsten. „Lasset zum Tempel uns senden, denn er allein ist der Herrscher; „Lasset uns Alle das Gesetz des höchsten Gottes erwägen, „Tenn das gerechteste ist's von allen hieniden auf Eiden."-) Eine» anderen Weg endlich schlugen zur Vertheidigung des Judentums der jüdische Geschichtsschreiber Flavins Josephns (60v.—20n.) und Philo der Philosoph, in Alexandrien ein. Beide verwerfen in ihren Schriften, die Waffen der Polemik, sie wollen nicht die Schmähung des Judentums mit der Schmähung der he dnischcn Götter erwidern, sondern ziehen es vor, durch Zeugnisse der Geschichti: und des vernunftgemäßen Denkens das jüdische Glaubensbekenntnis mit seinen Lehren und Gesetzen zu erklären und rechtfertigen. Ja, Philo geht soweit, daß er das Verbot in ',3 M 22. 27.) „Gott zu fluchen" auch auf die heidn ischen Götter ausgedehnt wissen will?) Wir haben in den Artikeln „Josephns Flavins," „Philo der Alexandriner". „Religionsphilosophie," „Ethik, pilosophische" und „Religionsgespräche", ausführlich über die Schriften dieser Männer und deren Inhalt berichtet, auf die wir des engen Raumes wegen verweisen und heben zuletzt nur den schönen Satz ans Josephus hervor: „Da unsere Gesetze die vollkommenste Gerechtigkeit enthalten, müssen wir durch dieselben gegen Alle ivohlwollend und herzlich werden, und wir verlangen diese» Geist der Humanität itl unseren Einrichtungen anerkannt zu sehen."4) „Es wird," sagt er ferner, „klar hervorgehen, daß wir Gesetze habe», die am meisten geeignet sind, Gottesfurcht, Zusammenleben mit Andern, allgemeine Menschenliebe, Gerechtigkeit,! Ausdauer in Leiden und Todesverachtung zu erzielen." Er beivekst dies, ihdem er fortführt: „Der Tempel ist für einen Gott, Allen geöffnet, weil Alle nutz einen Gott haben. Wir bringen Opfer, aber nicht, daß wir uns dabei sättigeij und berauschen. Das Gesetz gebietet zur Ehe die natürliche Verbindung zwischen Mann und Frau, aber auf Berührung mit Männlichen ist der Tod gesetzt, ebenso auf Ehebruch; dem Gebote der Ehrfurcht vor Eltern räumt das Gesetz die höchste Stelle ein. ..... Auf gleiche Weise wird die Ehre der! Alten, die Liebe gegen Fremde, die Unbestechlichkeit des Richters, die Wohlthatjgkeit gegen Arme und Bedürftige u. a. M. eingeschärft." Noch merkwürdiger ist der Ausspruch bei Philo: „Ich glaube die Menschen werden ihre eigenen Gebräuche unterlassen, die väterlichen Sitten aufgeben und nur diese Gesetze noch verehren. Denn bei glücklicher Lage des Volkes •) Das. Buch 3. B. 546—581. Das. aus V. 710—728. 3) Philo, vitrr MoSis II. . p. G84. Das. niomirehia 8. 14. Pergl. Joseph. Antt. IV. 8. 4) Joseph. Antt. XVI. 6. 8.iT