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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-11-01 · Heft 11 (1.11.1892) · p. Seite 251

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 11 (1.11.1892)
Date
1892-11-01
Page
Seite 251 (sequence 11)
Language
German
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251 ihrer feindlichen Angriffe und zur Anbahnung eines besseren Verständnisses der Lehren und Gesetze im jüdischen Schrifttum machte nian sich sehr früh daran, dieselben in ihrem wahreil Licht darzustellen. Wir nennen erst den Aristeasbrief, der die griechische Pentatenchübersetzung erklärend begleitet; ferner die Schriften Aristobuls, welche die Erklärung alles den Nichtjuden fremdartig Klingenden zur Aufgabe hatten. Andere griechische Schriften der Juden verfuhren mehr polemisch, sie deckten die Blößen des heidnischen Götterglaubens auf. Es gehören hierher aus den Apokryphen die Schrift von „Bel und dem Drachen" der Brief Jeremias, der Brief Baruch, das Buch Baruch, das Buch der Weisheit Salomos n. a. in. Wir bitten um jede Wiederholung zu vermeiden über den Inhalt derselben die betreffenden Artikel in meiner Rcal-Encyclopaedie nachznlesen und zitiren nur eiuen Ausspruch aus dein Buche der Weisheit Salomos: Uns verführte nicht arger Menschen Kunsterfindung, noch der Maler unnütze Arbeit, ein Bild mit bunten Farben bemalt, deren Anblick den Thoren zur Schande gereicht." *). Endlich glauben viele nachdrücklicher für die Achtung der Lehren und Gesetze ihrer Religion zu wirke», wenn sie dieselben dstrch den Mund uralter Zeugen verkünden lassen. So enstand eine Menge von pheiidographischen Schriften- Man legte dem mythischen Sänger Orpheus das Gedicht in den Mund: „Gott selbst, erkenne ich nicht, denn Nebel nnigiebt ihn, „Doch der Gebote zehn, verkünden ihn für die Menschen- „Ihn vermochte der Sterblichen Keiner je zu erschauen, „Nur ein Einziger durfte es, Moses der Wassergcborne, „Hat auf zweifacher Tafel vom Himmel die Kunde empfangen-"') Am kräftigsten geschieht dies in dem uns erhaltenen dritten Buch der Sibyllinen aus dem wir hier einiges anführen: „Ein Gott ist, ein einziger Gott, unendlich und ewig, „Herrscher des All, unsichtbar, selbst jedoch Alles erblickend; „Aber er selbst wird nimmer gesehen von sterblichen Wesen. — „Ja, ihr werdet gebührenden Lohn für die Thorheit empfangen. „Denn, deil wahren und ewigeu Gott nach Gebühr zu verehren, „Ließet ihr nach; statt ihm Hekatomben, hehre, zu opfern, „Habt den Däinonen ihr Opfer gebracht, den Geister» im Hades. „Und in Dunkel und Wahn yeht ihr vom ebnen, grade» „Pfad abweichend, zieht ihr hi» auf dornigen Wegen, „Ueber Gestein irrt ihr. Hör) auf denn, Sterbliche, Thoren, „Die ihr tappet in Nacht, in Achtlos finsterm Dunkel!"3) In einem andern Gedicht wendet sich die Sibylle an Griechenland, als den Vertreter des Heidentums. Dasselbe lautet: „Griechenland aber, warum vertrautest du sterblichen Herrschern, „Welche dem endlichen Tod sticht zu entfliehen vermögen? „Und warum bringst du dar!den Todten vergebliche Gaben, „Opferst de» Götzen? Wer hqt den Irrtum gelegt in die Seele „Dir, um dieses zu thun und den großen Gott zu verlassen? „Allvaters Namen verehr und nie fei dir er verborgen. „Tausend Jahr aber sind's und fünfhundert andere Jahre, *) Weisheit Salomos 15. 4. 2) Text in Euaeb. praep. cv. 13. 12; bei Justin de wonarcliia 2. coliort. ad gentes 15. 3) Sibyllinen nach Fricblieb's Uebcrsetzung, erstes Fragment S. 3. B. 1—4; 13—26.

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