Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 11 (1.11.1892)
- Date
- 1892-11-01
- Page
- Seite 243 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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243 bischen Gelehrten, von welchen ich unter Anderen nur den verewigte» Salomo» Munk, Professor am College de France, Prof. Jules Oppert, den Begründer derAssyriologie, JosefDerenbourg, den Busenfreund Abraham Geiger's und Nestor der Pariser Orientalisten, Josef Halevy, den Ritter ohne Furcht und Tadel und den nunmehrigen Bibliothekar der Bodleiana in Oxford, Dr. Adolf Neubauer^) und Isidor Löl?) f. A. erwähnen Willi Auch niir ward die Befriedigung zu Teil, von Angesicht zu Angesicht diesem bedeutenden Manne näher treten zu dürfen; es war im December des Jahres 1875, als ich das erste Mal ihn besuchte und zwar war er es, der um meinen Besuch bat. Ich hatte damals ausschließlich sprachwissenschaftliche Studien betrieben und widmete meine besondere Aufmerksamkeit den ural-altaischen Sprachen, «) und Ernest Renan sollte wie alljährlich in dem Journal asiatique einen Rapport annuel (Jahresbericht) über die Fortschritte der orientalischen Studien veröffentlichen, und wollte auch mich persönlich kennen. Und da konnte nicht genug seine Leutseligkeit und Bescheidenheit mir dem Anfänger gegenüber — den er stets mon eher confrere (mein werter Mitbruder) ansprach, wie andererseits die fast uuglaubliche Versalität seines Geistes bewundern. Nach einstündigem Besuche entließ er mich und ich hatte die Freude in dem Rapport annuel (der Jahre lang nachher noch von Renan abgefaßt wurde) des Jahres 1875 auch meinen Namen unter den um die orientalische Wissenschaft sich Bemühenden verzeichnet zu sehen. Diese persönliche Erinnernng glaubte ich nicht vorenthalten zu dürfen, weil sie zeigt, daß Renan Nichts seiner Aufmerksamkeit unwert hielt und seinen Pflichten, die er übernommen, gewissenhaft nachzukommen stets bemüht war. Es kann auch durchaus nicht unsere Absicht sein, das Leben Renan's schildern zu wollen. Sämmtliche Conversationslexica und in dieser Woche säniintliche Blätter bringen eine Skizze seines Lebenslaufes und ein Verzeichnis seiner hervorragendste» Schriften die seinen Namen weltbekannt geinacht haben. Die Vielseitigkeit seines Geistes kan» nicht genug bewundert werden. An den hervorragendsten Zeitschriften wie da sind das Journal asiatique, das Journal des Savants (Zeitschrift der Gelehrten) die Revue des Deux Mondes bereit Mitarbeiter in der Regel Akademiker werden, war er ständiger Mitarbeiter. Die Zahl der von ihm veröffentlichten Werke ist sehr groß. Aber auch sonst folgte er jeden! Rufe, so es galt einem College» Ehre zu erweisen. Im Jahre 1876 4 * * 7) starb Professor Jules Mohl — ein Deutscher von Geburt und Bruder des berühmten National-Oekonom Prof. Moritz Mohl — und als dessen Büchercatalog veröffentlicht wurde. (Paris 1876, E. Leroux) hat kein geringerer als Ernest Renan eine Notice biographique geschrieben. Renan's erste größere Schrift war eine Studie über das Griechische im Occident während des Mittelalters (Etüde de la langue grecque dans 1' Occident au mojen äge (1848) und wer weiß, welche Bahnen Renan betreten 4) In« Vereine mit Adolf Neubauer gab Renan in dein monumentalen Werke: La France litteraire (das litterarische Frankreich) in 27. Bande eine Geschichte des französischen Rabbinates unter dem Titel Les rabbins fran^ais (die französischen Rabbiner) heraus. ^). Siehe unser Gedenkblatt in den Monatsblättern August 1892. “) Ich war damals Mitredakteur der vom Jahre 1875—78 von Charles d’Ujfaloy redigirten Monatsschrift: Revue «le philologie et d’ethnographie (Zeitschrift für Sprachwissenschaft und Völkerkunde) die in« Verlage von Ernst Leroux in Paris erschien. 7) In der der Nacht vom 3. aus den 4. Januar 1876. 21*