Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 10 (1.10.1892)
- Date
- 1892-10-01
- Page
- Seite 231 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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231 / die Wissensckaft des Judentums, Herr cand. phil. Wilhelm geumnnn aus Trachenberg in Schlesien, hat bei der diesjährigen Bewerbung uni den königlichen Preis der philosophischen Fakultät der Berliner Universität mit einer Abhandlung über das Thema: „Die Bedeutung Home's für die Aesthetik und sein Einfluß auf die deutschen Aesthetiker" den Preis gewonnen. — Bei der Preisverteilung an der Berliner Universität wurde die juristische Arbeit des Herrn Kerthold Klemperrr aus Landsberg durch eine ehrenvolle Erwähnung ausgezeichnet. — Im Nstend- Theater werden, wie die Direktion mitteilt, Borbereitungen zu einem großen Sensations-Melodrama: „Die Jude» von Worms" getroffen. — Die Ruhestätte des am 9. Juli v. I. in Wriningen verstorbenen Theater-Intendanten Ludwig Ghronrgk auf dem jüdischen Friedhofe ist jüngst durch ein vom Herzoge und seiner Geinahlin gestiftetes Denkmal ausgezeichnet rvorden. Ei» in München aus italienischem Marmor hergestellter Sarkopag trägt die Widmung: „Diesen Denkstein setzten ihrem Freunde, Georg II. und Helene v. Heldburg." — Die philosophische Fakultät der Straßburger Universität hat das in jedem Sommer zu verleihende große Engelmann - Stipendium (2400 M) diesmal wieder an Herrn Dr. Phil. Isair Kernays aus Hamburg verliehen, dem es auch vor drei Jahren schon einmal zugewiesen wurde. Das genannte Stipendium ist für junge Gelehrte bestimmt, die nach Vollendung der gewöhnliche» Universitässtudie» noch auf dem Gebiete der Geschickte oder der Geographie Spezialstudien machen »vollen, und dafür sich als befähigt erwiesen haben. — In Thur» wurde Herr Dr. Koseubrrg aus Srandenburg, znm Rabbiner erwählt. — Herr Rabbiner Dr. I. Külf in Memel veröffentlichte jüngst ein sehr interessantes Schriftchen: „Die russischen Juden. Ihre Leidensgeschichte und unsere Rettungsversuche," dessen Ertrag (der Preis ist ein beliebiger) zu Unterstützungen für die im größte» Elende zurückgebliebenen Frauen und Kinder bestininit ist, deren Ernährer ansgewandert sind, um für sich und die Ihrigen ein Unterkommen zu suchen- Das Buch verdient auch um seines lesens- und beherzigenswerten Inhalts willen weite Verbreitung. — In Breslau ist erschienen: Jüdischer Dolbsnnd Saus-Kalender für das Jahr 1893., Mit einem Jahrbuch zur Belehrung und Unterhaltung. Herausgegeben von Dr. W. Kraun Druck und Verlag von Th. Schatzky. Der 40. Jahrgang, in dem der Kalender jetzt erscheint, beweist am besten seine Brauchbarkeit und Beliebtheit. Das Jahrbuch, das den aufs genaueste ausgearbeiteten kalendarischen und Markt- Tabelen beigefügt ist, erweckt in diesem Jahre noch besonderes Interesse durch einen Artikel aus der Feder des Prof. Dr. Kaufmann über den im Vorjahre verstorbenen großen Historiker des Judentums Prof. Grätz, dessen Bildnis auch dem Kalender vorangeht. Der gelehrte Herausgeber Dr. Braun hat zwei interessante Arbeiten geliefert; die eine, ei» Eriniiernngsblalt an Jost's karäische Studien, berichtet über das Schicksal zweier kostbare» karäischen Handschriften und einen deshalb angeknüpften Briefwechsel zwischen Abr. Muhr und Jost, die andere „christliche Zeugnisse gegen die Blntlüge" verdient in unserer Zeit ganz besondere Aufmerksamkeit. Sie enthält, ans einer im theolog. Seminar zu Breslau befindlichen Handschrift, zum erstell»«»! veröffenlicht, die Bestätigung eines von Altonaer Oberrabbiner Eibenschütz l 759 verfaßten Gutachtens durch den bekannten Orientalisten Michaelis nnd den nicht minder berühmten Theologen Seniler; in eingehender Darstellung widerlegt der letztere das alte Märchen der Blutbeschuldignng nnd verlangt, daß „die Inden mit läppischen elenden Beschuldigungen vor keiner billigen gnädigen Obrigkeit belanget, vielmehr aber solche einfältige oder boshaftige Ankläger abgewiesen werden, auch zur Ehrenerklärung wohl gor