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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-10-01 · Heft 10 (1.10.1892) · p. Seite 232

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 10 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
Seite 232 (sequence 16)
Language
German
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allgehalten werden könnten". Neben einem Aufsatz über „die böhmischen und mährischen Judenschriften des vorigen Jahrhunderts", aus dem Böhmischen des A. Rezek übertragen, bringt der Kalender endlich als Unterhaltungslektüre eine hübsche Erzählung von Wassermann: Achtet die Kinder der Armen. Wir köniic» Kalender und Jahrbuch aufs Beste empfehlen. — Durch Erlaß - des Herrn Generaldirektors des Innern erhält die jüdische Gemeinde in Lurembnrg staats licherseits eine Beisteuer von 15,000 Franken zum Bau der neuen Synagoge. Da die Stadt Luxemburg eine Beihilfe in gleicher Höhe zu gleichem Zwecke bewilligt has, so verfügt die jüdische Gemeinde jetzt über 30,OM Fr. Hilfsbeiträge. — lieber! die Religionsverhältnisse im deutschen Reiche, wie sie sich nach der Volkszählung von 1890 herausgestellt haben werden jetzt die amtlichen Ziffern veröffentlicht. Wir fügen in Klammern die betreffenden Ziffern nach der Volkszählung von 1885 zum Vergleich hinzu : Evangelische 31026 810 (29 369 847), Katholische 17 647 921 (16 785 734), andere Christen 145 540 (125 673), Jsraelitenj 567 884 (563 172), Bekenner anderer Religionen und Personen unbekannter .Religion 13 315 (11278). — Am 14. August wurde der Wollgarn- Fabrikant! Herr Julius Maaß mit seinen drei Söhnen und seiner Tochter in der Dreifaltigkeitskirche zu Derlin getauft. — In der Domkirche zu Kassau wurde»! zwei Kinher aus Wien im Alter von 6 bis 8 Jahren durch den Herrn Dom-! pfarrkoop^rator Lauchrr getauft. — Im § 2 der Satzungen des Antisemitenvereins zu Düsseldorf heißt es: „Mitglied des Vereins kann jeder großjährige, nicht bescholtene deutsche Bürger werden: Juden und getaufte Juden finden keine Aufnahme" In diesem Paragraphen liegt Rasse. — Man berichtet uns: Der Religionslehrer und Kantor Herr Salomonsohn zu Hungen feierte am 4. August das seltene Fest des fünfzigjährigen Dienstjnbiläums. Zu diesem Zwecke waren der Provinzialrabbiner Herr Dr. Levi nebst vielen Lehrern Oberhessens herbeigeeilt, mp ihrem greisen Kollegen, der an diese»! Tage auch seinen 80. Geburtstag feierte, ihre Teilnahme zu bekunden. — Am 16. August starb in Giogau Herr Kommerzienrat Leopold Krmpner; er hat für die Stadt und die jüdische Gemeinde sehr beträchtliche Summen gestiftet — Die Israelitische Waisenanstalt in Kosen versendet ihren 53. Bericht. Im Jahre 1890 ivurden 23 im Jahre 1891, 19 Zöglinge beherbergt. Ausgegeben wurden im Jahre 1891, 36.388,41 Mk. — In Dybnik fand am 16. August die feierliche Grundsteinlegung des dortigen israelitischen Waisenhauses statt. -- In Gailingen wurde ein israelitisches Hospital seiner Bestimmung übergeben. In der Synagoge hielt aus diesem Anlasse Herr Rabbiner Dr. Spitz die Festrede. — Ejne interessante Aeußerung hat der berühmte Kunsthistoriker Geheimrat Professor Hermann Grimm für den „Äntisemitenhammer" gegeben. Er schreibt: „Ich habe von meiner Jugend an das Glück gehabt, mit Inden und'Männern jüdischer Abkunft zu verkehren, und es sind daraus Freundschaften erwachsen, die ich zu meinen kostbarsten Besitztümern zähle. Ideale Gesinnung, Höhe der geschichtlichen Anschauung, Fleiß und geistige Produktions Kraft traten bei ihnen in gleichmäßiger Reinheit hervor." — In Augsburg hat sich ein Comitee von Damen gebildet zu dem Zweck, die Beiträge für die verfolgten Russischen Juden in besonderer Weise vermehren zu helfen. Nach längerer Berathung verfiel man auf die Idee einer Sammlung von Autographen, die zum Besten der Opfer des zarischen Despotismus verkauft werden sollten. Die Idee fand allgemeinen Beifall und demgeniäß ergingen an viele berühmte Männer Schreiben entsprechenden Inhalts. — In Wolfenbiittel wurde am 16. August feierlich der Grundstein zu einer neuen Synagoge gelegt. Die Weih'

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