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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-10-01 · Heft 10 (1.10.1892) · p. Seite 225

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 10 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
Seite 225 (sequence 9)
Language
German
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225 und Damaskus, durch welche die Eisenbahn läuft, haben eine von wenigstens 1 Mill. Einwohner. Der Totalwert des Warenumsatzes wird in den offiziellen Berichten von 1889 für Syrien auf 5 612 000 engl. Pfund angegeben, von welchem nicht weniger als 3/s durch die Hände englischer Kaufleute gehen. Der Wert des Imports und Exports von den Häfen von Caifa bis Beirut, welcher Distrikt iu dein Bereich der Eisenbahn liegt, ist auf 2300000 Pfd. engl, ä Frcs. 25.— angegeben. Von dieser Summe war über 1 Million für Fabrikate aus Manchester, eine entsprechende Quantität wurde auch von Glasgow, Dundee. Birminghain, Sheffield nnd andern englischen Städten geliefert, während der Wert des Exports von Wolle, Seide und andern Produkten nach den englischen Inseln sich auf 250000 Pfund bezifferte. Großbritannien hat nach obigem einen großen Anteil am Handel Syriens, und der Bau einer Eisenbahn wird nicht ermangeln, denselben zu. vermehren. Die Bereinigung des Exports und Imports in dem Hafen von Caifa wird die Rückfracht für Schiffe, die Ware» aus England bringen, ermöglichen, und vielleicht zur Errichtung einer direkten Dampferlinie zwischen beiden Ländern führen. Anschließend an diesen Handel mit dem Ausland besteht auch ein sehr bedeutender Binnenhandel, welcher freilich gehemmt ist durch den Mangel an modernen Transportmitteln. Syrien ist ausgestattet mit dem feinsten Boden und einem unübertroffenen Klima, mit reicher, billiger Arbeitskraft und hat eine zugängliche Lage. Was ihm fehlt, ist ein wirksames Mittel der Konzentration und des Transports,, um es dem Land zil ermöglichen, den blühenden Zustand wieder zu erlangen, welchen es in deu Tagen von Tyrus und Sidon hatte. Der königliche Ingenieur Major Conder behandelte letztes Jahr in „Blackwoods Magazine" in Verbindung mit der Frage, ob Palästina für die Kolonisation geeignet fei, die Möglichkeit, daß Palästina eine sehr wichtige Quelle für die Versorgung Englands mit Getreide werden könnte. „Es ist näher als Rußland", schrieb er, „und könnte leicht mit Indien konkurrieren» da die hohen Zölle des Suezkanols Wegfällen nnd die Seefracht auf die Hälfte vermiudcrt wird. Die Einführung besserer landwirtschaftlicher Methoden und die Ausdehnung des Getreidebaus wird den Exporthandel noch weit wichtiger machen, als er gegenwärtig ist. Das trockene Klima von Basan und Gilead ist vielleicht gesunder als irgend ein anderer Teil Syriens, mit Ausnahme der südlichen Weidensteppen. Diejenigen, welche sich bemühen, Kolonisten in den wafferlosen Distrikte nördlich von Betschuanenland oder in den fiebrigen Regionen der kaiserlichen ostafrikauischcn Gesellschaft anzusiedeln, haben vielweniger zu bieten als diejenigen, welche das ehemalige Zentrum vou Handel und Ackerbau iu Palästina wieder zu bevölkern versuchen. Was das Klima und die Fruchtbarkeit des Landes betrifft, so giebt es keine natürlichen Ursachen, warum Syrien nicht Süditalien gleichstehen sollte. Es ist reicher als Griechenland oder irgend eine andere Gegend im Osten des Mittelmeers." Die Ingenieure sind jetzt beschäftigt, die endgültigen Vermessungen der Eisenbahnzu machen, und wirerfahren, daß bald mit dem Bahnbau der Anfang geniacht werden wird. Die Aussichten für diejenigen, welche ihr Kapital in diesem Unternehmen anlegcn, sind als gute zu bezeichnen.

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