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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-10-01 · Heft 10 (1.10.1892) · p. Seite 220

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 10 (1.10.1892)
Date
1892-10-01
Page
Seite 220 (sequence 4)
Language
German
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220 Denkens und Sinnens, den wir in mancherlei Hinsicht ändern müssen, wenn unsere Lebenstkätigkeit, die sich nach ihm richtet, eine edlere und bessere werden soll in der recl>tes Gottesbcwußtsein und wahre Menschenwürde sich bekundet. Wenn der Quell trübe ist, da kann die Flut nicht klar sein, die sich aus ihm ergießet und wenn die Wurzel morsch ist, da kann der Stamm nicht aufrecht stehen, der aus ihr hervorgewachsen. Das Herz ist krank, und da muß die Heilung beginnen, in dem (Seifte liegt die Trübnis und von da aus muß die Läuterung sich vollziehen. Den rechten Weg müssen wir wieder suchen, finden, bahnen, betreten, einhalten und stets weiter auf ihm fortschreiten, so daß wir von den Pfaden der Vwirrung und des Verderbens uns immer mehr entfernen, den Geist besserer Erkenntnis und ernsten, höheren Strebens in uns aufnehmen und uns von ihm leiten lassen, seiner Führung stets folgen, seiner Weisung stets nachgehen und dann wird auch das Mißliche und Unleidliche, das wie ein finsterer Schatten selbst an unseren besseren Bestrebungen ruht allmählig schwinden, es werden die Wunde», die wir uns selbst geschlagen haben durch unsere Unvernunft und Verkehrtheit heilen und vernarben und neue Jugendfrische wird in unser Herz einkchren, ein neuer Frühling auf den Gefilden unserer Thätigkeit uns erblühen und aller Groll wird gebannt sein aus unserem Gemüte und den Frieden werden wir erlangen, der uns Erhebung und Stärkung verleiht, weil er in der Wahrheit wurzelt und nicht in der Täuschung und Trüglichkeit. Die heiligen Feste, die wollen wiederuni auf den rechten Standpunkt uns erheben, in unsere eigentliche Würde uns einsetzen, und darum dürfen wir da nicht an der Täuschung festhalteir und an der Halbheit unser Wohlgefallen finden, bei der auch dem Verwerflichen noch iinmer der Weg offen gelassen wird, auf dem es bei! uns Zutritt finden kann. Wo die Wahrheit nicht ist, da ist auch der griebej nicht, da ist alles nur Schein und Aeußerlichkeit, wo man auf Umwegen und Schleichwegen sein Ziel zu erreichen sucht, da kann eine offene starke freie Gesinnung, die neue Blüte und neuen Segen in das Leben hineinträgt, gar nicht emporkommen, da muß jede bessere Kraft erlahmen, jedes ernstere Streben erlöschen und untergehen, da wo man den Weg gar nicht betreten darf, weil die Wahrheit nicht gewürdigt, nicht erkannt, nicht verstanden, nicht geliebt wird, wo nian immer gewohnt ist die krummen Pfade einzuschlagen, auf den Bahnen der Lüge einherzugehen, da kann ei» Friede, wie er dem Herze» wohlthut und wie der Geist sich seiner Erfreuen kann, nicht erblühen und fortbestehen, da wird die rechte Einsicht und Erkenntnis nur ferne gehalten und dem Geiste der Bethörnng der Selbsttäuschung und der Verkehrtheit die Bahn geebnet und darum muß das Heil ausbleiben, mttß aller höhere Aufschwung zuriicksinken. Wir hoffen auf Licht und siehe die Finsterniß zieht sich immer schwärzer über unserem Haupte! zusammen, wir strebten nach Klärung, Erhellung und Erleuchtung und wir tbandeln immer tiefer in stas Dunkel hinein. Nicht an das Einherwandeln auf den Schleichwegen der Verlogenheit sollen wir uns gewöhnen und so gleichsam planmäßig den Lügeiigeist großziehen, der jede reine Gesinnung vergiftet und jei>es edlere Wollen zurückdrängt, sondern vielmehr mit einem Gefühle inneren Abscheu's uns von solchem Treiben wegwenden und uns wahren die Reinheit un) Redlichkeit der Gesinnung, die, wenn sie auch nicht immer znm Siege gelangt, ja gar oft unterliegen muß, doch immer unsere wahre Ehre ausmacht, unseren innern Friede» begründet. Und er spricht bahnet, bahnet, ebnet den Weg, hebenden Anstoß hinweg von dem Wege meines Volkes. Den Pfad, den wir zu ebnen m d wegsam zu mache» haben, daß wir ans ihm fortschreiten können

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