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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-09-01 · Heft 9 (1.9.1892) · p. Seite 215

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 9 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 215 (sequence 23)
Language
German
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215 Über „die Waisenpflege der Stadt Kerlin" hat A. Fischer, Verwaltungsdirektor des großen Friedrichs-Waisenhauses zu Berlin, soeben ein Buch herausgegeben, welches auf Grund eines fleißig aus amtlichen und anderen Quellen gesammelten Materials alle Anstalten und Stiftungen, welche in Berlin der Waisenpflege dienen, ausführlich behandelt. Schon rin Blick über die Inhaltsangabe zeigt, in wie reichen« Maße sich jüdische Wohlthätigkeit auch für allgemeine städtische Zwecke bewährt hat. Die größeren jüdischen Institute, das Reichenheiin'sche Gemeinde-Waisenhaus, das Barnch Anerbach'sche Waisenhaus, die Mendelssohn- Stiftung u. s. w., ebenso auch die Waisenkommission der jüdischen Gemeinde sind in besonderen Kapiteln behandelt. Hier stützt sich die Darstellung wesentlich auf die im Jahre 1887 (5. Gerstmann's Verlag in Zrrlin) erschienene Schrift von Dr. W. Introllnski: die Waisenpflege der Herliner jüdischen Gemeinde". Auf diese Schrift sei bei dieser Gelegenheit »och besonders hingewiesen. Sie enthält neben dem historischen und statistischen Material über die jüdische Waisenpflege in Berlin auch allgemeine Betrachtungen über Geschichte und Bedeutung der Waisenerziehung im Judentum überhaupt, und dürfte daher auch in weiteren Kreisen Interesse erregen. — Den Freunden der jüdischen Litteratur dürfte die Nachricht nicht unwillkommen sein, daß die „Heal-Enryklopaedie für Hibel und Talmud (von Dr. I. Hamburger, Laiidesrabbincr) nunmehr in dritter Auflage erscheint und zur leichteren Anschaffung derselben in Hefte» ä 10 Bogen, Lexiconformat (Preis 2 Mark) ausgegeben wird. Anineldungen auf dieselben iverden vom Verfasser entgegengenoinmen. —Ueber den Jahresbericht der ßandesrabbinerschulr in Hudapeft für das Schuljahr 1891 — 1892. Vorangeht die Bibelexezesse der jüdischen Religionsphilosophen des Mittelalters vor Maimuni von Prof. Dr. M. Bacher 1892 schreibt uns Herr Dr. Grünwald: die Landesrabbinerschnle in Pest, an welcher hervorragende Kräfte wie die Professoren Bacher, Bloch und Kaufmann wirken, setzt ihre weit über die Grenzen Ungarns sich erstreckende segensreiche Thätigkeit in erfreulicher Weise fort und daß die Schüler dieser Anstalt das von den Gemeinden in sie gesetzte Vertrauen rechtfertigen, ist das beste Zeugnis für diese Anstalt. Prof. Bacher's Arbeit ist eine treffliche und soll dieselbe nach Bacher's bescheidenem Wort, einen geringen Beitrag zu des Gaon Saadja 1000 jähriger Jubelfeier sein. Behandelt werden 1. der Gaon Saadja, II. Salomon Jbu Gahirol, III. Bachia ihn l’akuda, IV. Abraham b. Chija, V. Moses ibn Esra, VI. Joseph Jbn Zaddik, VII. Jehuda Hallevi, VIII. Abraham ihn I)aud. Den beherzigenswerten Schlußsatz der Einleitung wollen wir noch mitteilen: „Aber weil ihre Bibelexezesse aus der besten Überzeugung ihrer eigenen Zeit ins Leben trat, hat sie füralle Zeit gelebt und in dem Glauben an den göttlichen Ursprung des religiösen Inhaltes der h. Sch., aber auch in dem Erkennen der Notwendigkeit, an die h. Sch. den Maßstab der Vernunft zulegen, können und sollen wir auch heute uns von ihnen leiten und bestärken lassen." — Predigten von Dr. S Waybaum Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Erster Teil Casualreden. Berlin, Verlag des Bibliographischen Bureaus Alexanderstraße 2. In vorliegender Sammlung befinden sich 21 Leichenreden, darunter die au der Bahre von Zunz. P. F. Frankl, Joel, Grätz, Laster gehaltenen, 9 Trauungsreden, 3 Weihereden, 3 patriotische Reden und als Anhang die Gastpredigt und Antrittspredigt Maybaums in Berlin und seine Rede gehalten zur Gedenkfeier Moses Mendelssohns. Der Verfasser der „Jüdischen Homiletik" hat sich durch die Herausgabe dieser vorzüglichen Reden aus dem reichen Schatze seiner geistlichen Wirksamkeit ein Verdienst erworben, da er in denselben mit vielem Takte, gegen den oft besonders

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