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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-09-01 · Heft 9 (1.9.1892) · p. Seite 214

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 9 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 214 (sequence 22)
Language
German
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214 Kern aber fotiuut zuletzt — es sollte die^Schrift der Karäer dazu dienen —die Inden zu Christen zn machen. W^r dieser bekannte Orientalist gewesen, ist uns nicht bekannt;^ ebensowenig wissen tpir, ob diese Schrift der Karäer das Licht der Welt erblickt hat; vielleicht kann einer der gelehrten Leser dieses Blattes uns dies mitteilen.! Kulturni obraz ceskvdi intest v XV. a XVI. veku (Kulturbilder der böhmischen Städte im 15. und 16. Jahrhundert) von Prof. Sigmund Winter in Prag. IBM) Verlag der Matk-e IVska. 795 Seiten in 8°. Ejn sehr fleißiges, ans ärchivalischen Studien beruhendes Werk, welches das erste in böhmischer Sprache ist, das die Geschichte der Inden ausführlich und objectiv behandelt. Wir gedenken in Bälde das über die Juden handelnde Kapitel, das im Original 40 Oktavseiten einnimmt, deutsch; zu veröffentlichen und mit Anmerkungen zu versehen. Es sei beiläufig bemerkt, daß dieses Werk des Katholiken Prof. Winter ein preisgekröntes ist, uub den Prei Gelehrsamkeit und des gründlichstes s schon deshalb verdient, weil es trotz wahrer nellenstndittms auch angenehm zu lesen Ausgabe von S. Hock's posthumen Tomokj Wacslaw Wladiwo und voll Humor ist. Gleichzeitig enthält es viele Ergänzungen zu Prof. Kaufmannes Werk: „Die Familien Prags". Dejopis mesta Pmhi (Geschichte der Stadt Prag) VIII. Band, Prag 1891. 547 Seiten in 8". Nach Palacky, dem Vater der böhmischen Geschichte, nimmt Prof. T o mek unstreitig den ersten.Rang unter den Historikern Böhmens ein und er verdient diesen Platz, weil er ein Werk geschaffen, das bleibende Bedeutung behalten wird- Der Band, der vor einem Jahr erschienen ist und der wie die früheren Bärlde, nicht nur die Geschichte der Inden — das heißt bi<j Bedrückungen und Verfolgungen derselben — sondern auch deren innere Verfassung und Verwaltung zu schildern sich bemüht, enthält auf den Seiten 471—486 ein Kapitel über die autonome Verwaltung der jüdischen Gemeinde Prags vom Jahre 1478—1526. Interessant ist, daß nach den Berichten zeitgenössischer Autoren die Juden, die zum Tode verurteilt waren, dazumal in ihren Sterbekleidern zum Richtplatz gehen mußten, und aus dem Wege dje Worte Adonaj lm hodauhim*) „der Herr ist der Ewige" sangen. Seite 473 werden die jüdischen Ältesten „basdii,, genannt; wir kennen keine Erklärung dieses Wortes. Sollte es vielleicht mit dem basdui - pasdia - biblischem Pecha Zusammenhängen? Archiv für davTsdie Philologie, heransgegeben von Prof, Jagie; XIV. Band. Berlin Weidmann'sche Buchhandlung, enthält im 1. Hefte dieses Jahrganges (1891) eine Studie über die polemische Litteratur und erbringt den Nachweis, daß bereits im 9. Jahrhundert in Rußland bedeutende jüdische Gelehrte lebten, die nut Erfolg mit den Geistlichen des Landes Disputationen hielten. Es bildet' diese Schrift eine Ergänzung und Berichtigung zilr X. Harkavv sowohl in russischer als hebräischer Sprache erschienenen Schrift: Die Inden und die slavischen Sprachen. Wilna (gedruckt bei Rom 1867, 136 weiten in 8"). Es ist dies eine bisher in der reichen polemischen Litteratur, zu der die Juden gezwungen wurden, noch wenig bekannte und bearbeitete Partie, die besonders auf die Entstehung und Geschichte des Karäismus ein helles Licht zu werfen berufen ist. Jungbunzlau, den 28. Juni 1892. I.b'. M. Grün w a l d. *) Lomes gibt diese 2^orte, ü'umn ^mnün^innun' flcniäß nlfo transcribirt: „Adonai hu haila hin.“ 5nibt in qeung deililec nud deö uobiaiifdjeu die ihm dieses am Jom aippnr und aal flauen gom Klppnr platon) übliche Lital hätten richtig erklären können.

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