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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-09-01 · Heft 9 (1.9.1892) · p. Seite 213

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 9 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 213 (sequence 21)
Language
German
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213 Missionare einen großen Balken in der im Ban begriffenen Kirche anbringen werden, der zuerst mit dem Blnte von 300 Kindern bemalt sein muß. Hört man irgendwo von einem Kinderdiebstahl, so heißl> es sofort, daß dieselben an die Missionare zn besagtem Zwecke verkauft worden ifitib. An den Straßenecke» Wusiehs fand man Plakate angeschlagen, welche besagte», daß so und so viele Kinder für Missionszwccke gestohlen worden seien!. Eins dieser Plakate war folgenden Inhalts: Es ist wahr, daß die Katholiken dieses Platzes ihre Häscher anssende», um anderer Leute Kinder zu stehlen uich aus ihnen die Essenz ihrer Lebenskraft zu ziehen. Falls Eltern nicht achtsaiw sind, wird es ihnen schlecht gehen. Gutes Volk, vervielfältigt diese Plakate und schlagt sie überall an- Eine Unzahl von Kindern ist bereits ans diese Art umgekommen. O Himmel, nimm diese Höllenhnnde, rotte diese Bestien aus. Die verfluchten Beamte» dürfen es nicht wagen, die Fremden zu bestrafen." Die Beanften haben von ihren Vorgesetzten strengen Befehl bekommen, die Christen zn beschützen. — Am Fuße des Berges Zinäi sollen die steinernen Tafeln Mosis mievergcfundcn worden sei». Es wird sich wohl darum zunächst handeln aus welcher Zeit die angeblichen Tafeln stammen, denn daß es die ursprünglichen sind fvird wohl keiner behaupte» wollen. — Referate und Mitteilungen. Jann Amos» Komenskeho Ivorrespondence Sebral artstisku pripravil A. Puter». V l'razi* 1802. (Die Correspondenz des Johann Amos Comenius, gesammelt und zum Drucke vorbereitet von A. Patera in Prag, 300 Seiten groß 8"). Anläßlich des 300. Jahrestages des hervoragendens bahnbrechenden Paedagoge» und Theologen I. Amos Comenins wurden in allen civilisirten Staaten Biographieen dieses hochverdienten Mannes, der sechie besten Kräfte ans dem Studium der Bibel zog, veröffentlicht. Die Prager tschechische Akademie der Wissenschaften ließ durch Herrn A. Patera die Correspondenz des Comenius, die nach der Sitte der damaligen Zeit größtenteils unter; Gelehrten in lateinischer Sprache geführt wurde, veröffentlichen. Wir finden allerdings auch Briefe in deutscher und tschechischer Sprache, die aber sowohl an Zahl als auch an Bedeutung weit nachstehen. Hier intercssirt uns natürlich hauptsächlich seine Stellung oder richtiger seine Äußerungen über Inden und Judentum; obwohl bibelfest und bibelgläubig, war Comenins kein Freund der Juden, wie dies aus seinem Buche: „Das Labyrinth der Welt" unzweideutig hervorgeht. Besonders in das Labyrinth des Talmud, der Quelle der Schriften der Kirchenväter, fand er nicht den Steg und so ist es den» begreiflich, daß >vir das, i was wir nicht kennen, wenn nicht hässe», so doch zum mindesten verachtest. Und so waren ihm denn die Karäer, die Leugner der mündliche» Tradition, diel angenehmer als die Juden. Aus einem ans London, den 8. 18. Oktober 1641 an seine Freunde nach Lißa in Polen gerichteten Briefe geht hervor, daß Comenins ein Freund der Karäer nur ans dem Grunde gewesen, weil sie eine Widerlegung des Talmud geschrieben und er von diesem deutschen Orientalisten, der Jahre lang sich in der Türkei und der Tartarei aufgehalten, hoffte, daß er den Karügrn zur Drucklegung der Widerlegung deö Talmud und sonstiger schönen Bemerkungen über die Bibel verhelfen werde, weil hier die Juden Italiens, Deutschlands beherrschend oder zum mindesten Herren sämtlicher Druckereien wären — die Karäer an der Drucklegung verhindern könnten. Des Pudels und Polens — als ob sie welti» diesen Ländern bestehenden

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