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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-09-01 · Heft 9 (1.9.1892) · p. Seite 200

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 9 (1.9.1892)
Date
1892-09-01
Page
Seite 200 (sequence 8)
Language
German
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200 vernünftig, ist diese große Nation"?) Der einstige Einzug dieses Gottesglaubens mit seinen Lehren und Gesetzen in die gesammte Menschheit, um ein Gemeingut aller Nationen zu werden) bildete das tiefste Verlangen, war das sehnsuchtsvolle Schauen der Propheten und Psalmisten, der Lehrer und Gottesverkünder aller Zeiten in Israel. Wir lesen darüber: „Und es wird geschehen am Ende der Tage, fest ist der Berg des Gotteshauses auf der Spitze der Berge; er ragt unter den Hügeln hervor, nach ihm sehnen sich die Völker. Es wandeln viele Nationen und sprechen: „Kommet, wir ziehen zum Berg des Ewigen, in das Haus des Gottes Jakobs;, er belehre uns von seinen Wegen, und wir wandeln auf seinen Pfaden, denn von Zion geht die Lehre und das Gotteswort aus Jerusalem."^) Ferner (Jesaia 12. 9): „Sie werden nichts verheeren und nichts verderben auf dem! ganzen Berg meines Heiligtums, denn voll ist die Erde der Erkenntniß des Ewigen, wie Wasser das Meer bedeckt;" (Jeremia 3. 17.): „Zu jener Zeit nennt man Jerusalem Thron des Ewigen, dahin versammeln sich alle Völker im Namen des Ewigen, sie wandeln nicht mehr in der Verstocktheit ihres bösen Herzens;" (daselbst 16. 19.—21.): „Zu Dir kommen die Völker von den Enden der Erde und sprechen: „Lüge ist's, was unsre Väter uns vererbten, Nichtiges, was nichts nützet. Vermag wohl ein Mensch sich einen Gott zu machen, und sie sind keine Götter;" (Sacharia 14. 9.): „Und der Ewige wird König sein über die ganze Erde, an diesem Tage ist der Ewige eins und sein Name eins;" (Jesaia 45. 22.—24.): „Bei mir habe ich es geschworen, Heil ist aus meinem Munde gekommen, ein Wort, das nicht zurückkehrt, mir wird jedes Knie sich beugen! jede Zunge soll bei mir schwören;" (daselbst 56. 7.): „Und ich bringe Isie auf den Berg meines Heiligtunis, ich erfreue sie in dem Hause nieines Gebetes, ihre Opfer sind zur Gnade auf meinem Altar, denn mein Haus soll das Bethaus aller Völker genannt werden;" (das- 66. 18.): „Und ich kenne ihte Gedanken und Werke, komnie, alle Völker und alle Zungen (die Völker in ihren verschiedenen Sprachen) zu sammeln, daß sie kommen und meine Herrlichkeit sehen -!.... Auch von ihnen nehme ich zu Priestern und Leviten" (20. 21.). ,)Und so wird es sein, von Monat zu Monat, von Sabbath zu Sabbath kommt alles Fleisch, sich zu verbeugen vor mir, spricht der Ewige, "b) Was in diesen Schriftstellen als sehnsuchtsvolles Verlangen und prophetische Verheißung ausgesprochen wird, fand in der Geschichte des jüdischen Volkes während seines zweiwaligen Staatslebens in Palästina und nach demselben eine allmählige, von Zeit m Zeit stetig weiter schreitende Erfüllung, die -gegenwärtig noch lange nicht abgeschlossen ist. „Denn tausend Jahre sind in deinen Augen wie ein gestriger Tag!!" singt den Psalniist. Bei dem Auszuge der Israeliten aus Aegypten schloß sich ihnen viel Mischvolk an?) Es entstand die Frage über dessen Verhältniß zum Kultus. „Keine Ausschließung" war die Antwort, so die fremden das Symbol des vollen Anschlusses an das jüdische Gottesbekenntniß, die Cisciimcission, an sich vollziehen lassen?) Auch die Ablegung des jüdischen Gottesbekenntnisses allein von Seiten Jithros, Rahabs, und des syrischen Feldherrn Naaman, genügte zutn Anschluß ans Judentum. Zur Zeit Davids und Salomos soll die Zahl der Fremden zu Tausenden gewesen sein. Das Gesetz bestimmt für den dem israelitischen Glauben sich anschließenden Fremden gleiches Recht mit den andern Jsrc eliten. Nach der Zerstörung des Zehnstämmereiches wird von den neuen Kolon sten dieses Landes berichtet, daß sie sich von einem ')T1. 4. 6. *) Ebenso Micha 2. 1—4. 3) M. 23. daselbst. ") 2 M. 12. 38. a) 2 M. 12, 17. 18.

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