Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Journal
- Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
- Volume
- 12 (1892)
- Issue
- Heft 8 (1.8.1892)
- Date
- 1892-08-01
- Page
- Seite 174 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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174 Hervorzuheben ist ein Artikel über die Juden in Vivien de St. Martin's geographischen Wörterbuch, der nicht weniger als 118 Seiten umfaßt und von Dr. M. Grünwald in Iungbunzlau in dessen jüdischen Centralblatt, III. Bd. p. 11 ff ins Deutsche übertragen und mit Anmerkungen versehen wurde. Isidore Loeb Tables du Calendrier juif depuis l’ere chretienne jusqu’au XXX siede avee la concordance des dates juives et des dates chretienne et une njethode nouvelle pour calculer les dates. Paris 1886 (Durlacher) mit Anmerkungen und Erläuterungen in hebräischer, deutscher und französischer Sprache, zeigt uns ihn als Mathematiker. Im Annuaire des Archives Jsraelites, wie in den Archives Jsraelites, im Roest's Lettervode finden sich unzählige wertvolle kleinere und größere literarische Arbeiten Isidore Loebs. Seine letzte, leider unvollständig gebliebene Arbeit ist die dem 80 jährigen Joseph Derenbourg gewidmete Schrift: La vie des Metaphores dans la Bible. „Das Leben der Metaphern in der Bibel" eine bahnbrechende Arbeit, die der Vervollständigung aus berufener Hand harret. Deutschland's größtem Humoristen wurde nach dem Tode zum Ruhme gesagt: „Gute Bücher sind gute Thaten." Isidore Loeb hat nicht nur gute Bücher verfaßt, sondern sein ganzes Leben ivar von guten edlen Thaten ausgefüllt. Wie mir mein in Parss weilender Bruder Albert njittheilte, arbeitete Loeb an einer Geschichte der Juden, nun! er hat sein Vorhaben nicht vollenden sollen, er selbst aber wird fortleben nicht nur im dankbaren Herzen der Mitwelt, all derer, die ihn gekannt und ihn kennen und lieben, war eines — sondern auch in der Geschichte der Juden und dejs Judentums — dessen Religion eine Lehre der Wahrheit und — Menschlichkeit ist —I für alle Zeiten. Halm's Dichterwort wird sich auch an Isidore Loeb zum Segen bewähren: „Den Leib mag Staub bedecken Der Geist lebt fort, zu zünden und zu wecken". Iungbunzlau den 17. Juni 1892. Aus einem Mriefe des Ker^rn Ar- Meruhard Jimmets Rabbiner in Mähr.-Ostrau, übcir O. H. Schor in Brody. Mit einer < gewissen Bestürzung las ich von dem angeblichen Tode O. H. Schor's in Brody. Die indes widerrufene Nachricht wollte mir gleich nicht recht glaubhaft künden, da ich erst vor Kurzem gegentlich eines kurzen Aufenthalts bei den Meinigen den in der Heimat arg verschrieenen Nestor der jüdischen Gelehrten aufsuchte, sah und sprach. Wohl däuchte mir da, er gehöre der lebenden Generation n cht ganz an, denn als ich zum ersten Mal seine einsiedlerische Klause betrat, in der er nach dem Tode der Gattin und des einzigen Sohnes jahrzentelange zurückgezogen und trotz seiner Wohlhabenheit nach Sonderlingsart bis zum Geiz eingezogcn lebt, als ich in das dumpfe Gemach trat, in dem Handschriften, Bücher und Zeitungen seine einzige Gesellschaft bilden, war es wie ein Hauch vergangene : Zetten, von dem idj mich umweht glaubte. Aus der Sturm¬ und Drangperiode "bcf galizischen Jndenheit, da die Geister mit gewaltigen