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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-07-01 · Heft 7 (1.7.1892) · p. Seite 167

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 7 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
Seite 167 (sequence 23)
Language
German
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— 167 des verschwundenen Mädchens im Marchflusse aufzufinden. Es wurde festgestellt, daß das Mädchen wegen unglücklicher Liebe in den Tod gegangen war. — Am 28. April starb in Wien der erste Präsident der Galizischen Baron-Hirsch-Stiftung Herr Joseph Kitter von Fürth. Herr Prediger Dr. Jellinek schilderte in beredten Worten die hervorragenden Verdienste des Heimgegangenen. Das Curatorium der Baron-Hirsch-Stiftung hielt am 1. Mai eine Trauerfeier für seinen dahingeschiedenen Präsidenten ab. — In Karajan» fanden antisemitische Excesse statt. Unter den Bauern wurde das Gerücht verbreitet, daß die Juden den römischkatholischen Ortspfarrer Jemiolo »nißhandelt hätten. Dreitausend Bauern stürzten sich auf die jüdischen Trödlerhallen und Verkaufsbuden, in denen sie die Waaren vernichteten und Alles von oberst zu unterst kehrten. Die jüdischen Bewohner des Ortes schlossen ihre Läden und verrammelten ihre Wohnungen. In den jüdischen Wohnhäusern wurden die Fensterscheiben zertrümniert. Erst der Gensdarmerie gelang es, die Ordnung wieder herzustellen. Hleferate und Mitteitungen. Reich Wilhelm. Das prophetische Schrifttum. Exegetisch-kritische Studien vorzüglich auf historisch kritischer Grundlage. I. Band. Jesajas Wien. Verlag von Oskar Frank's Nachfolger 1892, XII. und 277 Seiten in 8°. Es ist immer ein wirkliches Verdienst, wenn ein jüdischer Theolog, der gleichzeitig das Amt eines Rabbiners versieht, die biblische Litteratur gewissenhaft studiert und den innigen Zusaminenhang mit der talmudischen Litteratur einerseits und der klassischen andererseits festhält; cs ist dies dann thatsächlich, um mit dem alten Kohelet zu sprechen, ein dreifacher Faden, der nicht im Bälde zerrissen wird. Rabbiner Reich aus Baden, der Verfasser obigen Buches hat nach Kräften diese auch dem jüdischen Forscher heilige Dreieinigkeit festgehalten und kein geringes zur Beleuchtung des unter den« Namen Jesaia bekannten Prophetenbuches beigetragen. Es war schon zunächst kein kleines Verdienst gegenüber der sich immer mehr und mehr breilmachenden Conjectnren-Hajcherei endlich einnial wieder zu zeigen, daß der Text auch so, ohne Verschlimmbesserung, gut leserlich, ja lesenswert sei. Die Heranziehung von Herodot, Josephus und der großen talmudischmidraschischen Litteratur, sowie die selbständige Auffassung zahlreicher Stellen verdienen volle Anerkennung. Wenn irgendwo so gilt bei den biblischen Büchern das Wort, daß sie aus sich selbst müssclr erklärt werden, und dies hat der Autor versucht. Daß ih.: dies nicht überall geglückt ist, wird er wohl selber zugebe». Ein Buch, an welchem von den ältesten Zeiten angefangen die hervorragendsten jüdischen, arabischen und christlichen Gelehrten, ihre bewährte Kräfte geübt haben, läßt sich von einem Einzelnen nicht völlig bewältigen. Aber das Gebotene verpflichtet uns zu herzlichem Danke dem Autor gegenüber und werde» wir gerne und dankbar die Fortsetzung seines Werkes über das prophetische Schrifttum empfangen. Lauterbach, Selig in Drohobycz. Minchat Cohen. 1892, Druck von A. H. Zupnik. Verlag des Verfassers. Der ganze Ertrag ist den Armen zu Drohobycz gewidniet. Der Autor, ein reicher Privatmann darf nicht mit dem Maßstabe strenger Kritik gemessen üierde», umso weniger, als er in Galizien

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