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Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen · 1892-07-01 · Heft 7 (1.7.1892) · p. Seite 166

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Journal
Populär-wissenschaftliche Monatsblätter zur Belehrung über das Judenthum für Gebildete aller Confessionen
Volume
12 (1892)
Issue
Heft 7 (1.7.1892)
Date
1892-07-01
Page
Seite 166 (sequence 22)
Language
German
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166 Lector Friedmann widmete ihm einen ehrenden Nachruf.' Sein Andenken sei ein gesegnetes! — In der jüngst abgehaltenen öffentlichen Sitzung des israelitischen Cultusvorstandes in Wien hat das Vorstandsmitglied Herr Karpeles die interessante Mitteilung gemacht, daß mit dem Beginn des nächsten Jahres das dortige Rabbiner- und Lehrer-Seminar eröffnet wird und daß die Cultusgemeinde demselben eine jährliche Subvention von fl 4000 bewilligt habe. Bis zum Bau eines neuen Seminargebüudes sollen die Lokalitäten des llct-hamkhasch in der Tempelgasse und die an dieselben stoßenden Wohnungsränme zur Unterbringung des Seniinars verwendet werden. Zum Rektor des Seminars ist Herr Dr- Schwarz, Rabbiner in Karlsruhe, berufen worden. — Als erste Opern-Novität der nächsten Saison ist auch Krnll's einactiges Werk „Gringoire" für Wien in Aussicht genommen. — Die Akademie der Wissenschaften in Kudaprst hat Herrn Prof. Dr. Ignatz Goldffeher zu ihrem ordentlichen Mitgliede ernannt. — Man schreibt uns aus Budapest: der Capitän Herr Eduard Schwester wurde zum Major ernannt. — Herr Jacob Gabel aus Gr-Wardein hat eine Broschüre, unter dem Titel: „Die Gewissensfreiheit und die Organisation der Ungar. Inden" erscheinen lassen, worin er die größten, wenn auch die vergeblichsten Anstrengungen macht, zu beweisen, daß sich' die ungarische Judenheit thatsächlich in zwei, sowohl durch Dogmen, als durch den Bescheid des h. Abgeordnetenhauses v- I. 1870 verschiedene Confessionen teile. — Die Antisemiten haben mit gewohnter Bitterkeit hervorgehoben, daß der Chef-Architekt der Musik- und Theater-Ausstellung in Wien Herr Gscar Mannorrk, Jude ist. — In Strinamanger (Szabadka), einer aus der Römerzeit stammenden Stadt, wo fast täglich bei den verschiedenen Erdarbeiten römische Gräber aufgedeckt werden, wurde jüngst in einem solchen eine altjüdische Münze gefunden. Dieselbe war merkwürdigerweise als Obolus (Fahrpreis für die Uebersahrt über den Unterweltfluß Styx) verwendet worden. Sie ist mehr oval'als kreisrund, mit kreisrunder Randeinfassung und zeigt auf der eine» Seite eine Palme sowie einige althebräische Schriftzeichen, auf der Kehrseite dieselbe Randeinfassnng und Spuren einer Umschrift, die ein zackiges Blatt umrahmt. Die Münze stammt aus de^ Epoche der makkabäischen Freiheitskriege und zwgr aus der: Zeit des Hohepriesters! Simon. — Zwischen zwei Offizieren der Lrmberger Garnison hat jüngst ein Sübelduell stattgefunden. Veranlassung hiezu bot eine antisemitische Aeußerung eines Offiziers, wodurch sich ein anwesender jüdischer Lieutenant verletzt fühlte. Er forderte daher seinen Kollegen und wies die höhererseits gemachten Ausgleichsversuche mit dem Bemerken zurück daß es sich hier nicht um seine eigene Person, sondern um die Beschimpfung seiner Religion handle. Der Beleidigte brachte feinem Gegner eine ziemlich bedeutende Verletzung bei. — Am 22. Mai hatte in Kojetrin die Dienstmagd Wstera, welche beim Lederhändler Herrn Moses Fuchs bedienstet war, ohne zu kündige», ihren Dienst verlassen. Am 24. war Herr Fuchs bei den Eltern der Mizera in Bezmirau und fragte an, warum ihre Tochter den Dienst, ohne zu kündigen, verlassen habe; er erhielt die Antwort, daß ihnen der Aufenhalt der Tochter unbekannt sei. Alsbald verbreitete sich mit rapider Schnelligkeit das blöde Gerücht, daß das Mädchen einem rituellen Morde zum Opfer gefallen sei. Die Gährung nahm derart überhand, daß die Juden, wo sie sich zeigte», an dem Leben bedroht wurden und einige auch körperliche Verletzungen erlitten, außerdem wurden bei mehreren angesehenen Kausteuten die Fensterscheiben nächtlicherweise zertrümmert. Durch Intervention des Bezirkshauptmaiines Herrn Nawratil wurden . die Geniüter endlich beruhigt, da es den Nachforschungen bald gelang, die Leiche

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